Die deutschen Zeitungsverleger gehen vorsichtig optimistisch in das Jahr 2012. „Der Branche wird es voraussichtlich ein wenig besser gehen als 2011“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen. Heinen rechnet für das kommende Jahr mindestens mit stabilen Einnahmen aus dem Vertrieb und Werbeerlösen, die etwa in Höhe des Vorjahres liegen. Das gelte „immer vorausgesetzt, dass die Euro-Krise die deutsche Wirtschaft nicht in einen starken Abschwung stürzt“. Der Rückgang der Auflagen werde sich voraussichtlich etwas abflachen, zumal die Branche immer größere Erfolge bei den Online-Reichweiten und bezahlten Inhalten im Internet erziele. Zu den derzeit laufenden Gesprächen zwischen Zeitungsverlagen und öffentlich-rechtlichen Sendern über Apps für Tablet-Computer sagte Heinen: „Es gibt eine sehr offene Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Die Stimmung ist gut.“ Die Beteiligten seien sich einig, dass sowohl Zeitungen als auch Rundfunkanstalten wichtig für die demokratische Willensbildung seien. „Es ist spürbar, dass beide Seiten versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, aber ob es wirklich gelingen wird, ist offen“, sagte Heinen. Bis zum nächsten Gerichtstermin im März 2012 sollte ein Ergebnis auf dem Tisch liegen. Der Streit zwischen Verlegern und TV-Anstalten war 2011 eskaliert, als acht Zeitungsverlage gegen die kostenlose „Tagesschau“-App der ARD geklagt hatten, weil sie die Anwendung für Smartphones und Tablet-Computer als unfaire Konkurrenz ansehen. Das Landgericht Köln hatte die Parteien aber zu einer gütlichen Einigung aufgefordert. Seit einigen Wochen laufen diese Gespräche. Daran ist neben dem BDZV unter anderem die ARD-Vorsitzende Monika Piel beteiligt. Heinen bezeichnete die Entwicklung der Branche in diesem Jahr als „zufriedenstellend“. Die Einnahmen der Verlage seien stabil geblieben. Rückläufige Werbeumfänge konnten mit steigenden Vertriebseinnahmen ausgeglichen werden. Im Vergleich zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft sei das Jahr aber enttäuschend verlaufen. In einigen Regionen mit Abwanderung und schwacher Wirtschaftsleistung wird es aus Sicht des BDZV-Präsidenten immer schwieriger, qualitativ hochwertige journalistische Angebote zu präsentieren: „Da mache ich mir Sorgen.“ Heinen betonte die Notwendigkeit, Fusionen zu erleichtern. Der entsprechende Gesetzentwurf der Bundesregierung gehe noch nicht weit genug.
BDZV: Optimistischer Blick auf 2012
Zeitungen – Verlegerpräsident Helmut Heinen rechnet mit stabilen Einnahmen – Erlöse aus dem Internet gewinnen immer mehr an Bedeutung
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