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16. Januar 2010  | 

,,Comin' Down The Road - The Concert At Royal Albert Hall" von John Fogerty

Live-DVD: John Fogerty, Kopf und Stimme von ,,Creedence Clearwater Revival", feiert auf ,,Comin' Down The Road" einen neuerlichen Triumph in der ausverkauften Royal Albert Hall

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John Fogerty auf dem Cover der Live-DVD „Coming Down The Road“ Foto: Verve

In der Royal Albert Hall steigt ein Mann mit Gitarre die Ränge herunter, erklimmt die Bühne und beginnt zu spielen: ,,Coming Down The Road". Das steckt voller Symbolik. Denn nach 37 Jahren in den Londoner Musentempel zurückgekehrt ist der Mann, der ,,Creedence Clearwater Revival" war. Zu sehen auf der Video-DVD ,,John Fogerty: Comin' Down The Road - The Concert At Royal Albert Hall" (erschienen bei Verve).

John Fogerty wurde 1945 in Berkeley geboren - er war mal 14, als er 1959 mit seinem Bruder Tom (1941- 1990) ,,Blue Velvet" gründete, woraus 1967 ,,Creedence Clearwater Revival" wurde. Die Band nahm nach dem Anschmachte-Rock ,,Suzie Q" Stücke mit Anspielungen auf dunkle Mystik auf, wie ,,I Put A Spell On You" und ,,Walk On The Water". Das zweite CCR-Album ,,Bayou Country" fügte Cajun-Elemente hinzu - wiewohl die Fogertys in Kalifornien lebten und allenfalls ideelle Wurzeln in der Bayou-Kultur hatten. Doch diese stilistische Färbung und das Lokalkolorit kamen in den USA und weltweit an, die Band produzierte Hits wie am Fließband - bis sie 1972 zerbrach. Wohl daran, dass ,,CCR" ausschließlich Stücke veröffentlichte, die John schrieb und sang.

John machte zunächst Country-Musik, unter ,,Blue Ridge Rangers", doch 1985 fand er mit ,,Centerfield" wieder zu Rock und CCR-Sound zurück. Am 24. Juni 2008 kehrt er - 63 Jahre alt - in die Royal Albert Hall zurück. Mit einer fabelhaften Tourneeband, mit der jeder DSDS-Kandidat und vielleicht sogar der Juror selbst hörenswert klingen würde: Billy Burnette und Hunter Perrin an der Gitarre, Jason Mowery, der Fiddle, Mandoline und Steel gleichermaßen virtuos spielt, am Schlagzeug Kenny Aronoff, den viele für den besten Studioschlagzeuger der Welt halten. Auch hier ist Fogerty unstreitig der Frontmann, der jedes Stück singt mit klarer, zugleich charakteristisch herber Stimme. Und der Star, der sich zu jedem Song ein anderes Stück aus seiner Gitarrensammlung reichen lässt. Doch wie um alte Fehler auszumerzen, spielt er nun auch die Möglichkeiten der Combo aus.

Bei der Erkennungsmelodie ,,Born On The Bayou" reißt die Dreigitarren-Phalanx den Dreiakkorde-Riff von unten an, wiederholt die einprägsame Tonfolge immer wieder, wie ein Mantra - wobei jeder seine Nische im Klangkonzept ausfüllt. Mit ,,My TootToot" covert man auch einen Cajun-Klassiker.

Fogertys Kompositionen haben das, was Musikpsychologen als Grundvoraussetzung eines Hits erkannt haben: Maximalen Wiedererkennungswert. Seine Soli wirken so ökonomisch wie die Stücke selbst - mit sparsamem Aufwand zaubert er auch ein Höchstmaß an erdigem Lokalkolorit. ,,Gun slinger" ist eine von seiner Lieblingsrollen: ,,Ich denke, wir brauchen einen Revolverhelden - einen eisenharten Burschen, der aufräumt, die Gerechtigkeit zurückbringt."

Mit Cowboyhut spielt er auch ,,Broken Down Cowboy": die Lap steel-garnierte Weltschmerz-Ballade ist autobiografisch, erläutert Fogerty. Vor 20 Jahren sei sein Leben ohne Ziel und Sinn gewesen, bevor er Julie kennenlernte, die ihn seither restlos glücklich gemacht habe. Julie firmiert inzwischen als sein Art Manager, reicht ihm beim Konzert die Gitarren zu, belohnt ihn mit Lächeln, jenseits von allem Applaus. Und sie hat ihm drei Kinder geschenkt: dem sieben Jahre alten Töchterchen widmet Papa das musikalische Versprechen ,,I Will Walk With You". Die halbwüchsigen Söhne Shane und Tyler treten an der Gitarre in Papas gewaltige Fußstapfen und liefern mit ihm zusammen ,,Up Around The Bend". Klar, dass John darauf solo das programmatische ,,Old Man Down The Road" bringen muss, gefolgt von ,,Fortunate Son".

Zum Ende des Konzerts, von dem 27 Stücke mit rund 100 Minuten Gesamtspielzeit eingefangen sind, wird der große alte Mann des Bayou-Rock schneller, als wolle er zeigen, dass er altersweise, aber keineswegs altersmüde geworden ist. Nach ,,Travelin' Band" und ,,Rockin' All Over The World" (ein Hit für ,,Status Quo") fegt, zum Finale mit dem populärsten CCR-Song, der Mississippi-Dampfer ,,Proud Mary" fast in jenem Tempo über den Vater der Flüsse, in dem Tina Turner das Stück zu einer zweiten Hitparadenblüte geführt hat.










 


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