Diagnose Kabelbruch: Das Netzteil von Notebook oder Smartphones gibt keinen Strom mehr ab. Sollten Nutzer selbst versuchen, das Gerät zu reparieren? Vor gefährlichen Spannungen müsse man zwar keine Angst haben, sagt Josef Reitberger von der Computerzeitschrift „Chip“: „Vollkommen Unkundige sollten aber trotzdem die Finger von Reparaturversuchen lassen.“ Bevor ein Laie teure Folgeschäden am Gerät verursacht, ist er mit einem Ersatznetzteil besser bedient. Ein Ersatzteil hilft nicht nur bei Beschädigung oder Verlust des Originals, sondern dient auch als zweites Ladegerät, zum Beispiel im Büro. Beim Kauf eines neuen Netzteils fürs Notebook sind einige Aspekte zu beachten, erklärt Reitberger: „Das Ersatzgerät muss die gleiche Spannung erzeugen wie das Original – also zum Beispiel 5 oder 12 Volt - und es muss mindestens die gleiche Stromstärke liefern, die in Ampère oder Milliampère angegeben ist.“ Außerdem muss natürlich der Stecker in das Notebook passen. Die erforderliche Stromstärke ist meistens auf der Unterseite des Notebooks notiert. Wird sie durch den Anschluss eines zu schwachen Netzteils unterschritten, merkt das der Nutzer schnell. „In diesem Fall kann es bei starker Auslastung des Notebooks zu Akkuentladung oder gegebenenfalls Abschaltung kommen“, erklärt Robert Tischer vom Onlinemagazin „Notebookjournal.de“. Ist die Leistung des Netzteils dagegen zu hoch, sinke sein Wirkungsgrad. Stark geforderte Netzteile können dagegen Hitzewallungen bekommen: „Das passiert meist, wenn der Akku geladen wird und zusätzlich das Notebook hart arbeiten muss, zum Beispiel bei Spielen oder Videorendering“, erläutert Tischer. Vor allem die kleinen und leichten Netzteile von Netbooks und die großen, schweren Stromversorger von mobilen Gaming-Computern laufen schnell heiß. Sobald Nutzer das merken, sollten sie dem Netzteil ausreichend Kühlung verschaffen: „Dafür ist kein Ventilator nötig. Es reicht aus, das Netzteil auf einer harten Unterlage zu platzieren – also runter vom Teppich und der Couch.“ Bevor der Nutzer viel Geld für ein neues Ersatznetzteil ausgibt, rät Tischer dazu, erst einmal bei Freunden und Bekannten nach einem gebrauchten Gerät zu fragen: „Meistens sind Netzteile eines Herstellers untereinander kompatibel, ein Stromspender eines ausgedienten Notebooks passt also möglicherweise an das aktuelle Gerät mit beschädigtem Netzteil.“ Bei aktuellen Smartphones ist die Netzteil-Frage klarer geregelt als bei Notebooks, erläutert Reitberger: „Die Hersteller bauen nach den Vorgaben der EU-Kommission einheitliche Micro-USB-Anschlüsse für das Ladegerät ein. Erste Hersteller lassen das Ladegerät bei preiswerten Geräten sogar weg.“ „Wenn es sich um einen Micro-USB-Anschluss handelt, kann man jedes dafür passende Netzteil verwenden“, ergänzt Rafaela Möhl vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“. „Bei älteren Geräten, die noch einen anderen Anschluss haben, sollte man das jeweils für das Modell vorgesehene Netzteil verwenden.“ Universalnetzteile sollen durch Adapter-Aufsätze mit verschiedenen Notebooks zusammenarbeiten können. Reitberger ist davon jedoch nicht ganz überzeugt: „Universalnetzteile sind nicht unbedingt billiger als die Originalteile, meist sind sie größer und umständlicher, weil man Adapter verwenden und die Spannung richtig einstellen muss.“ Wenn es für ein älteres Notebook keine Original-Netzteile mehr gibt, seien die Alleskönner aber eine gute Lösung.
Netzteile: Genügend Saft für unterwegs
Netzteile – Reparaturversuche an defekten Geräten scheitern oft, also ist es sinnvoll, einen funktionsfähigen Ersatz bereitzuhalten
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