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06. Februar 2012  | Von Charlotte Martin

Muskelmann und Luftartistin

Show – „Varieté extra“ in der Bessunger Knabenschule in Darmstadt: Akrobatik, Jonglage und Clownerie

DARMSTADT. 

Termine

Weitere Vorstellungen am Freitag (10.) und Samstag (11.) jeweils 20.30 Uhr, am Sonntag (12.) um 19 Uhr. Kartenreservierung: 06151 538040.


Die traumtänzerische Jonglage von Stefan, eingebettet in den Rhythmus getragener und peppiger Musik, eröffnete den Reigen der Künstler. Die Bälle balancierte er um den Körper herum, platzierte sie auf Kopf und Schulter und stapelte sie zur Pyramide. Jubel und Applaus begleitete die Premiere der 13. Auflage von „Varieté extra“. Die Gastgeber Rainer Bauer und Iris Daßler hatten ein niveauvolles Programm konzipiert. Fasziniert folgten die Blicke der Luftartistin Verena Schmidt, die im schwingenden Reifen Figuren von schwereloser Eleganz ausführte. Zur romantischen Musik drehte sich der Reif, in dem sie kopfüber hing, dann wieder schnellte sie in die Höhe, um schwebend einen Spagat auszuführen. Es war ein anmutiges Spiel feenhafter Balance im Lichtkegel der Scheinwerfer.
„Einfach zum Verlieben“ war auch Clown Matthias Romir. In Ringelsocken und mit roter Nase stakste er scheu auf die Bühne. In der einen Hand die Tasche mit den Keulen, in der anderen einen Ballon vorm Schweben bewahrend, wurde seine Jonglage zum kuriosen Meisterstück. Romir verlieh dem Auftritt Theatralik, indem er den lästigen Ballon als skurrilen Wackelkopf schließlich vorm Gesicht trug. Dies behinderte die Sicht des Jongleurs erheblich. Die Zuschauer lachten mitfühlend über die Missgeschicke des Clowns.
Conferencier des Abends war der Berliner Spaßmacher und Trickkünstler Maik M. Paulsen. Er unterhielt zwischen den Nummern mit verblüffenden Kunststücken und verwickelte die Zuschauer in vergnügliche Plauderei. Ein Highlight der Show markierte Handstandakrobat Robert Choinka, der in nonchalanter Manier daherkam. Salopp in Jeans und mit bloßem Oberkörper vollführte er auf einem Stapel Autoreifen einarmigen Handstand und blätterte im Comicheft, als sei er ein Monteur bei entspannter Pause. Er hievte die Reifen an Fuß- und Armgelenken in die Höhe, rollte über den Reifenstapel hin und versäumte nicht, den Damen zuzulächeln. Beim Handstand streifte Choinka die Jeans geschickt mit den Füßen ab und zog sie wieder rauf – ein gekonntes Spiel mit Muskelkraft und Sexappeal.
Sprühender Witz beseelte die musikalische Comedy von „Knäcke“, dem rundlichen Herrn im schlammbraunen Anzug. Die Jacke spannte überm Bauch, die Hosenbeine ließen Socken sehen. Zaghaft griff „Knäcke“ zur Ukulele und stimmte erste Töne an. Dann aber bewies er Feuer und rockte los. Er besang den Liebreiz der Frauen und die eigene Unwiderstehlichkeit. „Alle Damen schauen mich an – ich bin halt ein Supermann.“

 
 
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