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19. September 2011  | Von Manuel Stangorra

Stargeiger David Garrett überzeugt Skeptiker mit Max Bruch

| Vergrößern | David Garrett beherrscht das Spiel mit der Geige und mit dem Publikum. Archivfoto: dpa
FRANKFURT. 


Kann er’s noch oder nicht? Das wollten viele Zuhörer wissen an diesem Sonntagmorgen. Und ob. Stargeiger David Garrett gastierte mit Bruchs g-Moll-Violinkonzert im ersten Sonntagskonzert der Saison mit dem Frankfurter Opern- und Museumsorchester. Zuletzt hatte der Deutsch-Amerikaner mehr mit monströsen Overcross-Projekten auf sich aufmerksam gemacht, wobei er die Solistenkarriere mehr und mehr aus den Augen verlor.
Bruchs Violinkonzert vermag der Rebell Garrett, der in gar nicht so klassischer Garderobe mit T-Shirt, Sakko und Nietenhose antrat, seine schillernde Aura zurückzugeben. Dicht ist sein Klang, strahlend, wenngleich ab und zu forcierend. Verlernt hat der in Aachen geborene Geiger noch nichts von seiner klassischen Kunst, die ihn einst als Wunderkind umherreisen ließ. Seine Freude am Musizieren ist offenkundig. Intensive Hingabe vermittelt er den Hörern in der ausverkauften Alten Oper. Sein Tempo wählt er so, dass er alle Nuancen der Partitur auskosten, fast jeden Ton leidenschaftlich vibrieren kann. Dabei ist er hochkonzentriert. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter der Leitung von Sebastian Weigle begleitet dazu robust und tonstark.
Im Adagio entfaltet Garrett ein Fluidum, wie es nur selten zu hören ist, legt sich dazu mächtig ins Zeug und gibt Einsichten in seine Persönlichkeit. Die langen Noten im Diskant setzt er zielsicher und impulsiv an, nutzt den Bogen bis zur Spitze aus. Die Phrasen entschlüpfen so ausgesungen und voller Genuss. Den dritten Satz beginnt er blitzsauber und mitreißend. Vorbereitet ist er exzellent, beherrscht Doppelgriffe und Lagenwechsel. Dem gelungenem Auftritt lässt der Künstler zwei Zugaben folgen: eine Sarabande von Bach (kontrastreich, aber mit viel Ton, der wohl nötig ist in einem Saal dieser Dimension) und Michael Jacksons „Smooth Criminal“ in Bearbeitung für Solovioline, hochumjubelt. Hier konnte David Garrett sein Talent zur Publikumsnähe voll ausschöpfen.
Griegs erste Peer-Gynt-Suite, mehr noch Tschaikowskis vierte Sinfonie gaben dem Orchester Gelegenheit zur Profilierung. Sebastian Weigle gelang eine durchweg emotionale und opernhafte Version.







 
 


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