Am Samstag (4.) spielen Chor und Sinfonieorchester der TU Darmstadt ihr Abschlusskonzert im Darmstadtium, Beginn: 19.30 Uhr.
Rund 150 Zuhörer waren am Donnerstag in die Stadthalle Groß-Umstadt gekommen, um sich beim ersten Konzert an Ravel und Brahms zu erwärmen. Etwa genau so viele Sänger und Instrumentalisten drängten sich zeitweilig auf und neben der Bühne: Erfreulich, wie viele Studierende und andere engagierte Amateure sich auch in diesem Semester wieder neben Studien- und Arbeitszeit viele Stunden fürs gemeinsame Musizieren freigeschaufelt haben. Die Mühe hat sich gelohnt. Der etwa zweistündige Abend wurde mit anhaltendem, begeistertem Beifall aufgenommen. Am Samstag (4.) gibt es das Ganze noch mal im Darmstadtium.
Die schiere Zahl der Mitwirkenden ergibt einen satten Breitwand-Sound, der natürlich bestens geeignet ist, die farbenprächtige Naturlyrik von Ravels selten gespielten Chorstücken zu entfalten. Darin beschwört der Komponist einen Sommermorgen in der Provence, von der aufgehenden Sonne bis zum Zirpen der Zikaden gegen Mittag, er lässt sich inspirieren vom „bunt schillernden Gras“, von blühenden Wiesen, von der Morgenröte.
All das setzen Chor und Orchester stimmig und ausdrucksvoll um. Wogende, sich wiegende Streicher legen die Grundstimmung, samtig schimmernde Holzbläser legen sich darüber, dann Horn- und helle Flötentöne. Der Chor (einstudiert von Jan Schumacher) fand dazu die jeweils passenden Klangfarben für die zart-lyrischen Details dieser Tondichtung wie auch für die Momente dramatischer Festlichkeit: „Salut!“ schallt es dem erwachenden Tag entgegen.
Als Highlight setzte die Wiesbadener Solistin Johanna Rosskopp Glanzeffekte auf dieses abgerundete Naturgemälde. Als Gast setzte sie mit ihrem angenehm weichen, gleichwohl klaren lyrischen Sopran leuchtende Akzente, fügte sich zugleich bestens ein in den Gesamtklang von Chor und Orchester.
Mit gleicher Spielfreude und viel Elan trugen die jungen Musiker auch Ravels märchenhafte Szenen „Von Mutter Gans“ vor, ebenso einfallsreich koloriert wie die Chorstücke, schließlich noch die zweite Sinfonie von Johannes Brahms, die seinen glückhaften Sommeraufenthalt am Wörthersee spiegelt. Zwischen volksliedhaften Tanzmotiven und den heiter-melancholischen Streicher- und Hornmelodien lotste Dirigent Christian Weidt das Orchester mit viel Körpereinsatz und motivierenden Gesten durch das anspruchsvolle Großwerk. Prachtvoll und geschmeidig klang das alles in allem. Wenn auch die Hörner am Samstag noch entschiedener zu ihren Einsätzen finden, wird es nahezu perfekt klingen.
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