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07. Februar 2012  | Von Frank Speckhard

Kurz und schmerzvoll

Konzert – Schön anstrengend: „Jolly Goods“ in Darmstadt

DARMSTADT. 


Seit neun Jahren existiert das aus Rimbach im Odenwald stammende Musik-Duo „Jolly Goods“. Die in Berlin ansässigen Musikerinnen Tanja Pippi und Angy Lord wurden durch einen Song der Rockband „White Stripes“ und einem Ausspruch der Figur Holly Golightly aus „Frühstück bei Tiffanys“ zu ihrer Namensgebung inspiriert. Vier Jahre arbeiteten die beiden Musikerinnen an der Produktion ihres Albums „Walrus“, das sie nun auf einer Tournee präsentieren – nun auch in der Nähe ihrer alten Heimat.
„Walrus“ steht laut Aussage der Band symbolisch für ein schweres, mächtiges Geschöpf. Und als solche monströse Klangkreatur präsentierte die kleine Combo ihr Programm am Sonntag im gut gefüllten Künstlerkeller im Darmstädter Schloss.
Dabei gehen die beiden Musikerinnen eine knappe Stunde lang nach dem Motto „kurz und schmerzvoll“ vor. Denn die dissonanten Akkorde von Gitarristin, Keyboarderin und Sängerin Tanja Pippi sowie das klaustrophobische Fantasien erweckende Schlagzeugspiel von Angy Lord strapazieren gehörig die Gehörgänge der Besucher und schaffen ein Klanggebilde von sinisterer Schönheit. Fasziniert drängt das überwiegend junge Publikum nach vorn, um nichts zu verpassen.
Die zwei Klangwerkerinnen Tanja Pippi und Angy Lord gehen kompromisslos zur Sache und sparen sich sowohl Ansagen als auch das Ausstellen weiblicher Reize. Sie investieren die gesparte Zeit und Energie in ihre gehaltvolle Musik. Viele Einflüsse aus der glanzvollen Rockhistorie von „Velvet Underground“, Patti Smith, „The Cure“, „Rriot Girls“ bis zu einem Hauch „Nirvana“ verschmelzen sie zu einem eigenen, flirrend-urbanen Stil. Unterstützt werden die beiden Führungsfrauen von Kontrabassist und Keyboarder Simon Bauer sowie Perkussionist und Gitarrist Hans Unstern.
Ihre Texte sind dabei nicht leicht zu verstehen. Oft beschränkt sich die zwischen dezentem Flüstern und markerschütterndem Schreien oszillierende Stimme von Tanja Pippi auf das energische Wiederholen plakativer Slogans wie „Don’t change your life“ oder „Burn the forest down“. Es weht ein Hauch von New Wave durch den Keller.
Das Publikum fordert lautstark Zugaben, und die Berlinerinnen lassen sich nicht lange bitten, geben „Surplus people“ und „Freight train“ als finale Kostproben ihres stupenden Könnens.

 
 
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