Hatte beim Eröffnungskonzert der „Tage für Neue Musik“ vor allem der heitere, rhythmisch-vitale, vom Jazz inspirierte Charakter seiner Werke im Mittelpunkt gestanden, war Engelmanns „Missa“ Opus 44 von einer tiefen Ernsthaftigkeit geprägt. Der Konzertchor Darmstadt (Leitung: Wolfgang Seeliger) führte das Werk in Auszügen in der Pauluskirche auf.
In den Klangschichten der von Bruckner inspirierten Musik schwang ein sublimes majestätisches Pathos mit, das über jede Form von Zweifel und Ironie erhaben schien. Komponiert hatte Engelmann die Messe in großer Orchesterbesetzung 1980 für den Katholikentag. Eine Neufassung des Werkes für Bläserensemble wurde 1983 von Wolfgang Seeliger und dem Konzertchor in St. Ludwig uraufgeführt. Mit strahlend expressivem Bläserklang schufen die Instrumentalisten der Akademie für Tonkunst ein dichtes, kraftvolles Fundament, auf dem sich der eindringliche Chorgesang wirkungsvoll entfalten konnte. Trotz der nicht unproblematischen Akustik, die den Bläsern deutlich zu viel Hall verlieh, klangen Chor und Orchester gut ausbalanciert.
Mit parallel erklingenden, extrem entfernten Tonarten schafft der Komponist Dissonanzen, in denen sich die Widersprüchlichkeit der Welt widerspiegeln –ungetrübt bleibt davon nur der Blick auf den Schöpfer.
Ein zähes Ringen mit Gott kennzeichnete dagegen die zwischen den Sätzen der Messe eingefügten Orgelwerke von Heinz Werner Zimmermann und Kurt Hessenberg.. Mit starker Ausdruckskraft ließ Organist Wolfgang Kleber die heftigen inneren Kämpfe, die über den Chorälen tobten, plastisch werden.
Klang und Widerspruch
Gedenkkonzert – Konzertchor Darmstadt singt Engelmanns pathosgeladene Messe
DARMSTADT.
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