Samantha Fish, Dani Wild und Victoria Smith beschränken sich nicht auf die möglichst originalgetreue Wiedergabe von Blues-Standards, sondern wagen den Crossover zwischen Blues, Boogie, Country und Rock. Im „Musiktheater Rex“ präsentieren sie zusammen mit dem energischen Schlagzeuger Denis Palatin eine exquisite Songauswahl aus Eigen- und Fremdkompositionen.
Bezeichnenderweise startet das dynamische Quartett mit einer kernigen Adaption des Lenny-Kravitz-Hits „Are you gonna go my way“ in seine mehr als zweistündige Performance. Dabei glänzt die aus Kansas City stammende blonde Ausnahmegitarristin Samantha Fish mit bretthart ratternden Riffsalven, die sie zielgenau mit ihrer E-Gitarre in die begeisterte Meute feuert. Sie spielt mal völlig ihrem Instrument hingegeben mit gesenktem Kopf, mal blickt sie herausfordernd in die Menge. Auch, was die aus dem englischen Brighton stammende zierliche Sängerin und Gitarristin Dani Wilde im kompakten Set abliefert, ist aller Ehren wert. Bei der von ihr geschriebenen Up-Tempo Rock’n’Roll-Nummer „Juice me up“ geht sie gitarristisch ohne Umschweife auf die Überholspur und garniert das flott abgehende Musikstück mit ihrer klaren und voluminösen Stimme.
Sehr variabel ist das Organ von Samantha Fish, das sie bei der Interpretation von „I put a spell on you“ zur vollen Geltung bringt. Zu klagenden Gitarrenklängen von Dani Wilde schluchzt Samantha Fish wie liebeskrank, flüstert dann beschwörend und löst die so im Publikum aufgebaute Spannung urplötzlich mit einem mächtig geschredderten Blues-Riff auf. Auszeichnen darf sich die ebenfalls in Brighton beheimatete Bassistin Victoria Smith bei dem als Zugabe dargebotenen Gassenhauer „Seven Nations Army“ der „White Stripes“.
Es rattern die Riffs
Blues – Drei Gitarristinnen präsentieren sich im Lorscher „Musiktheater Rex“
LORSCH.
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