Hubert Bischof, der 1975 ans Darmstädter Staatstheater kam und mit seinem Bariton ein Vierteljahrhundert das Publikum begeisterte, sorgte am Samstag für einen spannenden Auftakt mit der bildermächtigen Ballade „Odins Meeresritt“. Sein kraftvoller, dunkel getönter Heldenbariton schien für das dramatisch auftrumpfende Stück wie geschaffen zu sein. Mit sattem Klangvolumen und eindringlicher Diktion verlieh er dem mythischen Parforceritt feurige Konturen.
Kraftvoll getragen wurde er dabei von der stürmisch aufbrandenden Klavierbegleitung Andreas Wagners. Einem Operndrama im Miniaturformat glich auch die auf einem Fontane-Gedicht basierende Ballade „Archibald Douglas“, deren emotionsgeladenen Höhepunkte der Sänger überzeugend auskostete.
Neben den auf Nachdichtungen nordischer und altschottischer Sagen beruhenden Nachtstücken vom Vatermörder „Edward“ und dem von Elfen heimgesuchten „Herrn Oluf“ umfasste das Programm auch vier Balladen nach Texten von Goethe. Besonderer Glanzpunkt des Liedernachmittags war die mit zahlreichen Bravorufen bedachte Interpretation des „Erlkönigs“. Fein aufeinander abgestimmt tauchte das Duo die dramatische Szene in eindringlich leuchtende Klangfarben. Etwas gemildert wurden die emotionale Wucht und die darstellerische Überzeugungskraft allerdings dadurch, dass der Sänger die Balladen nicht auswendig vortrug.
Die Barriere des Notenpultes mühelos hinter sich ließ der Sänger dagegen in der zum Konzertabschluss dargebotenen Humoreske „Die Heinzelmännchen“, deren rasanten Wortwitz er mit artistischer Deklamationslust zelebrierte.
Dramen in Miniatur
Balladen – Der Bariton Hubert Bischof singt im Foyer des Staatstheaters Darmstadt
DARMSTADT.
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