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26. Januar 2010 Von Hans-Dieter Vötter

Packende Dialoge

Jazz-Lounge: Sängerin Stefanie Hoevel und das ,,Dornbusch-Trio" in der Stadthalle Groß-Umstadt

GROSS-UMSTADT. 


Mit einem Konzert des ,,Dornbusch-Trios" wurde am Sonntag in Groß-Umstadt die fünfte Ausgabe der Reihe ,,Jazz Lounge" eröffnet. Die drei Jazzmusiker aus dem Frankfurter Umland spielen seit mehr als zehn Jahren zusammen und laden sich dazu immer wieder hochkarätige Gastsolisten ein. Diesmal war es die Vokalistin Stefanie Hoevel (,,The Voice of Body and Soul"), die kurzfristig für eine ursprünglich geplante, aber erkrankte Solistin einsprang. Dadurch wurde der Charakter der Veranstaltung wohl zufälliger und im besten Sinne improvisatorischer; eine Herausforderung, die insbesondere Jazzmusiker zu schätzen wissen.

Zum Einstieg variierte das ,,Dornbusch-Trio" eine komplexe Eigenkomposition des Pianisten Martin Weitzmann. An den Keyboards bewies dieser seine Meisterschaft und pendelte lässig zwischen den Klängen von Flügel und elektrischem Piano. Bekannt wurde er als Begleiter des Poeten und Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch; 1987 erhielt er den Jazzpreis der Stadt Darmstadt. Kontrabassist Gerhard Bitter blickt auf eine lange Karriere beim Emil-Mangelsdorff-Quartett zurück. Seine Spezialität sind ausgedehnte Soli, die er gesanglich untermalt.

Dritter im Bunde ist der Schlagzeuger und Perkussionist Willi Kappich, ein Experte an den Tablas, einem Instrument der klassischen indischen Musik, die er jedoch gerne bei südamerikanischer Musik einsetzt. So entstand eine spontane, eigenwillige Variante des Bossa-Nova-Standards ,,The Girl from Ipanema" mit einem Tabla-Solo und packenden Dialogen der Sängerin mit ihren Partnern.

Später am Abend konnte Stefanie Hoevel ihre Klasse bei Jazz-Standards beweisen. Häufigen Zwischenbeifall ernteten ihre Scat-Einlagen über ,,On a clear Day" von Sarah Vaughan und ,,Don't know why" von Norah Jones. Ein Höhepunkt war auch ihre Interpretation von Clifford Browns Komposition ,,Joy Spring", in der sie sich lautmalerisch an dessen Trompetensolo annäherte.

Im zweiten Teil machte der Pianist bei ,,Nardis" keinen Hehl aus seiner Bewunderung für die späten Gruppen von Bill Evans. Im Kontrast dazu stellte Gerhard Bitter eine Blueskomposition vor, deren deutscher Text (,,Es führt über den Main eine Brücke aus Stein") von Stefanie Hoevel eindrucksvoll interpretiert wurde. Ihre enorm modulationsfähige Stimme stand auch bei den abschließenden Titeln im Mittelpunkt und machte diese ,,Jazz Lounge" im vollbesetzten kleinen Saal der Groß-Umstädter Stadthalle zum Erlebnis.


 
 


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