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08. Februar 2012 Von Frank Speckhard

Gisbert zu Knyphausen in der Darmstädter Centralstadtion

Pop – Gisbert zu Knyphausen bringt Melancholie in die Darmstädter Centralstation

DARMSTADT. 

Zwei Studioalben hat Knyphausen, der in Berlin lebt, bisher veröffentlicht. Schon dem Debütalbum von 2008 war dabei Erfolg beschieden: Offenbar trifft der Gitarrist und Sänger mit seinen Liedern den Zeitgeist. Auch in Darmstadt pilgerte eine große Schar überwiegend junger Zuhörer in die Halle. Erwartungsfroh warteten sie auf den Auftritt des Musikers, der mit einer vielköpfigen Begleitband nach Darmstadt gekommen war. Doch das Konzert gestaltete sich zu einer eher zähen Angelegenheit.
90 Minuten lang ergoss sich ein in Musik gegossenes Lamento über die Besucher, wobei der offenbar von Tourneestress geplagte Knyphausen mit seinen Mitmusikern schon nach dreißig Minuten die Bühne für eine Erholungspause räumte. Die Unterbrechung brachte allerdings auch keinen frischen Wind in eine über weite Strecken uninspirierte Vorstellung. Lichtblicke waren die rar gesäten temporeichen Nummern wie das flotte Country-Stück „Container“, das mit prickelnden Banjoklängen für zustimmendes Kopfnicken beim Publikum sorgte. Auch das mit einem virilen Keyboard-Intro von Gunnar Ennen verbrämte apokalyptische Lied „Der tödliche Schlag“ konnte die Band auf der Habenseite verbuchen. Ansonsten herrschte (wie in einem der Songtitel des 2010 erschienenen Studioalbum „Hurra! Hurra! So nicht“) nur „Grau, Grau, Grau“ – Tristesse pur.
Knyphausen geriert sich dazu auf der Bühne wie ein romantisierender Kauz mit kariertem Hemd und Bardenbart, dessen oft in rückwärtsgewandter Sentimentalität schwelgende Texte sich um Themen wie Einsamkeit, Liebeskummer, Sinnkrise und Depression drehen. Dies entwickelt sich für den mit Akustikgitarre auftretenden Künstler zu einem musikalischen Teufelskreis, aus dem er nicht mehr herausfindet. Auch die Schlagzeuger Seppl Deufel und Utz, Bassist Frenzy Suhr, Gitarrist Jens Fricke und Keyboarder Gunnar Ennen können trotz vorhandener musikalischer Substanz ihren Frontmann nicht aus dem Tal der Tränen führen.
Dem Publikum gefiel es dennoch, denn mehrere Hundert Kehlen verlangten lautstark nach Zugaben. Knyphausen und Band kamen diesem Ansinnen mit einem mehr als zehnminütigen musikalischen Nachschlag nach.

 
 


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