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Die Sinnlichkeit der Elektronik

Nachruf: Der Komponist Johannes Fritsch ist tot - In Darmstadt hinterlässt er viele Spuren

Er habe ,,feine, gut ausgehörte Musik geschaffen", sagt Cord Meijering, Direktor der Darmstädter Akademie für Tonkunst, über Johannes Fritsch. Und er ...
DARMSTADT/KÖLN.
Johannes Fritsch: Der Komponist starb mit 69 Jahren. Foto: Hermann und Clärchen Baus

Er habe ,,feine, gut ausgehörte Musik geschaffen", sagt Cord Meijering, Direktor der Darmstädter Akademie für Tonkunst, über Johannes Fritsch. Und er habe seine Schüler, darunter Meijering, angeleitet, ein Gleiches zu tun. Am Donnerstag ist der in Bensheim-Auerbach geborene Komponist und Kompositionslehrer Johannes Fritsch im Alter von 69 Jahren gestorben.

Zwei deutsche Metropolen der Neuen Musik hatten den verheirateten Vater einer Tochter geprägt: Darmstadt, wo er von 1971 bis 1984 eine Kompositionsklasse und das Seminar für Neue Musik an der Akademie für Tonkunst leitete. Als Vorgänger von Toni Völker veranstaltete Fritsch auch die Tage für Neue Musik. Dreimal war er als Dozent bei den Internationalen Ferienkursen in Darmstadt tätig, wo er von 1974 bis 1998 auch dem Vorstand des Instituts für Musik und Musikerziehung angehörte.

Köln, zum anderen, war Stätte seiner akademischen Ausbildung und weiteren Karriere, die ihn auf Schlüsselpositionen der Neue-Musik-Szene brachte. An der dortigen Musikhochschule hatte Fritsch Musikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, dazu Viola und Komposition studiert. Sein Kompositionslehrer Bernd Alois Zimmermann prägte Fritschs individuelle Musik ebenso wie der Elektronik-Experimentierer Karlheinz Stockhausen, zu dessen Ensemble er 1964 bis 1970 gehörte.

Kein Wunder, dass in seinem OEuvre immer wieder Besetzungen mit Tonband oder Synthesizer auftauchen. Neben einer großen Menge Kammermusik schrieb Fritsch Werke für Klavier, Lieder, Solokonzerte, Bühnen- und Filmmusik, aber auch spektakulär arrangierte Orchesterstücke; dazu gehört etwa ,,Akroasis" von 1966/68 für großes Orchester mit Jazzband, zwei Sängern, Live-Elektronik, Drehorgel, Musikbox und Nachrichtensprecher.

1984 berief die Kölner Musikhochschule Johannes Fritsch zum Professor für Komposition. Einen Namen gemacht hatte sich der zuletzt in Bonn lebende Pädagoge auch als Gründer des ersten deutschen Komponistenverlags als Forum der Neuen Musik.


 

Artikel Text Laenge: 1968

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  • 03. Mai 2010
  • Von cris
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