„Rock This Country“ von „SwampDaWamp“
Rockmusik: Wahwah-sämige Soße über leise tremolierenden Orgelteppich
„Rock This Country“ heißt das dritte Album der Southern Rocker „SwampDaWamp“ (H'Art/Zebralution). Die Band aus North Carolina verkündet auf ihrer Homepage, es sei „der natürlichen Schönheit der Frauen gewidmet.“ Danach dürfte man den etwas libertinistischen Bandnamen nur als großes Augenzwinkern deuten – denn sicherlich versteht sich der „Southern Man“ als Gentleman, der die Ehre seiner Lady bis aufs Blut verteidigen würde. Nun, Frontmann „Gig“ Michaels, die Gitarristen Michael Hough und Keith Inman, Bassist Cody Bennett, Keyboarder Mike Huffmann und Drummer David Lee stehen in der Tradition von „Lynyrd Skynyrd“, der „Marshal Tucker“ und „Charlie Daniels Band“ sowie der Genregründer-Brüder Allman. Das neue Album erinnert in vielen der zwölf Stücke an „Bob Seger & The Silver Bullet Band“. Zum Auftakt singt Michaels mit tiefer, in den druckvollen Passagen kantig rauer Stimme das Lob einer „Lady“, während Gitarren und Bass sich Hand in Hand, Tönchen für Tönchen eine Skala herunterhangeln – das Solo ergießt sich wie wahwah-sämige Soße über den leise tremolierenden Orgelteppich.
Noch direkter wird das Frauenlob in „Helluva Night“ – zumindest im Text. Während das Piano – wie weiland bei Herrn Seger – kalkig-kühle Höhenflüge über brodelnden Gitarrensümpfen unternimmt. „Sie ist ein natürliches Aphrodisiakum…ich sag Dir, Mann, sie ist ein wirklich heißes Mädel, mit Pushup-BH und scharfer Frisur. Sie weiß, wie man Liebe macht, und das wird sicher eine höllisch heiße Nacht. “ Pendant der Southern Lady ist ein „American Man“, der sich tagtäglich aufs Neue durchbeißen muss, durch schwere Arbeit bei kargem Brot und hartem Schnaps, und dass man trotzdem stolz darauf ist, heftig malochen und dem Sternenbanner ewige Treue schwören zu dürfen: „Und ja, auch ich hab eine Flinte in meinem Chevrolet liegen – ich bin froh, die Freiheit der Wahl zu haben, denn ich bin froh, ein amerikanischer Mann zu sein.“ Um Breitengrade glaubwürdiger klingen „Six Tons“ und „Daddy Said“ – wieder mit segereskem Piano. Michaels gibt Weisheiten preis, die ein altersweiser amerikanischer Daddy auf dem Sterbebett seinem Sohn hinterlässt: „Gib immer dein Bestes…du musst versuchen, der Bessere zu sein, gib niemals auf….und stets in die Augen schauen beim aufrichtigen Handschlag.“ Die Band ist im US-Süden sehr gefragt, sie rockt etwa ab 21. Januar unter dem Motto „Simple Man Cruise“ auf einer mehrtägigen „Lustfahrt für den kleinen Mann“ ab Tampa, Florida (Ziel ist am 25. Januar Cozumel, Mexico).

Merken
|
















