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Werner Münchows Darmstadt-Krimi „Scharfes Glas“ spielt im Biedermeier zur „Datterich“-Zeit. Abbildung: Societäts-Verlag
DARMSTADT.
Eckart Schlapp in der Buchhandlung H. L. Schlapp in Darmstadt-Eberstadt wusste erst »15 Minuten vorher von meinem Glück«: Der Berliner Werner Münchow präsentierte in Schlapps Laden sein Buch »Scharfes Glas - ein Krimi mit Datterich«, das im Darmstadt der Biedermeierzeit spielt, dabei mit Dialogen aus dem »Datterich« beginnt und endet.
»In Berlin kann ich das ja vorlesen«, meint Werner Münchow, »da kennt man den Darmstädter Dialekt nicht. Aber hier in Darmstadt..?« Weshalb Eckart Schlapp aus dem »Datterich« rezitierte, und der Autor dann das Mikrofon übernahm. Hauptfigur in seinem Krimi ist der preußische Kommissar Reiser, der Darmstadt besucht und dabei Morde im Hoforchester von Großherzog Ludwig I. untersuchen muss, das später von dessen Sohn Ludwig II aufgelöst wurde. Ein Cello und das Musikinstrument Glasharmonika werden zu möglichen Mordwaffen. Ermittler Reiser trifft während seiner Ermittlungen unter anderem auf den Arzt Ernst Büchner und dessen Sohn Georg Büchner. Seine Recherchen führen ihn in das Alte Pädagog, in das Hoftheater und in die Altstadt.
Das Buch
Werner Münchow: »Scharfes Glas« ; Societäts-Verlag, 214 Seiten, 14,80 Euro.
Münchows Krimirecherchen - er ist emeritierter Marketingprofessor der Fachhochschule Osnabrück - führten den Autor in das Hessische Staats- und das Darmstädter Stadtarchiv sowie in die Abteilung Corporate History bei Merck, denen er im Buchanhang auch dankt. In den Merck-Archiven hat Werner Münchow vor allem nach Informationen zu Heinrich Emanuel Merck gesucht, der im Buch ebenfalls eine Rolle spielt.
»Wenn jemand im Jahr 1834 in Darmstadt, ja in Europa oder der ganzen Welt dazu berufen war, festzustellen, dass es sich bei einigen wenigen, einer Glasglocke anhaftenden Partikeln um das Gift Strychnin handelte, dann der Apotheker Merck«, schreibt Münchow in den Erläuterungen. Von jener Glasharmonika habe er erstmals in einer Wissenschaftssendung erfahren, seitdem interessiere ihn das Instrument. »Sie war das Kultinstrument der deutschen Romantik, das eine ganze Generation in seinen Bann schlug«, erklärt der Autor. »Zwar hatte die Glasharmonika 1834 ihren Höhepunkt hinter sich, ihre glühendsten Verehrer trafen sich jedoch auch Mitte des 19. Jahrhunderts noch zu Konzertveranstaltungen.«
Und da das großherzogliche Hoforchester seinerzeit das bekannteste Europas war, fiel die Wahl des Krimispielorts auf Darmstadt. »Es gab keinen anderen Ort, die Geschichte musste hier spielen«, sagt Münchow. Fiktiv seien die Toten und Kommissar Reiser. Doch: »Dass ein Kommissar aus Preußen in Hessen weilte, um Amtshilfe zu leisten, ist allerdings gut möglich«, steht in den Erläuterungen. »Die Herrscherhäuser beider Länder verbanden enge verwandtschaftliche Beziehungen, und die Polizei in Berlin hatte als erste in den deutschen Ländern Erfahrungen mit einer speziellen Kriminalabteilung gesammelt.«
Mit Darmstadt verbinden ihn, der einige Jahre in Frankfurt gelebt und in Mannheim und Gießen studiert hat, auch familiäre und freundschaftliche Bande. Er besuche zudem immer mal wieder »Datterich«-Aufführungen, erklärt er. Dass »Scharfes Glas« bei den Darmstädtern gut ankommt, belegen die Verkaufszahlen bei Schlapp in Eberstadt: Dort liegt der Krimi derzeit auf Position drei, noch vor Ken Follett und Cornelia Funke, wie Eckart Schlapp sagt.
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| Dateiname | : | Leseprobe: Darmstadt-Krimi "Scharfes Glas" |
| Dateigröße | : | 69,57 KBytes. |
| Datum | : | 08.12.2010 09:47 |
| Download | : | Hier herunterladen |
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