Eine für 200 Jahre verschollene Handschrift des romantischen Dichters Novalis hat der Träger des Frankfurter Goethe-Hauses erworben. Handschriften zu zentralen Werken der Weltliteratur tauchten nur äußerst selten auf dem Markt auf, teilte das Museum mit. Seit 50 Jahren sei zu Novalis Werk nichts Vergleichbares angeboten worden.
Bei dem Fund handelt es sich um ein beidseitig beschriebenes Blatt aus einem Entwurf zum berühmten Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“. Das Schlüsselwerk der Frühromantik wurde von den Autoren Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck nach Novalis Tod herausgegeben. Der 1801 verstorbene Dichter hieß eigentlich Friedrich von Hardenberg. Er war einer der bedeutendsten Vertreter der literarischen Romantik in Deutschland. Die Entwurfs-Seite befand sich zuletzt in einem Album der englischen Dichterin Hope Fairfax Taylor.
Zusätzlich konnte sich das Goethe-Haus rund 870 Handschriften aus dem Umkreis der deutschen Romantik sichern. Darunter sind zahlreiche Briefe und Werknotizen Friedrich Schlegels. Die Handschriften stammen hauptsächlich aus dem Nachlass des Mitbegründers der Deutschen Zentrumspartei, Ernst Lieber. Sie wurden bereits Anfang der 60er Jahre dem Museum als Dauerleihgabe übergeben.
Die Novalis-Handschrift und ausgewählte Blätter aus der „Sammlung Lieber“ können Besucher vom 28. Januar bis zum 4. März im Frankfurter Goethe-Haus betrachten. Fast der gesamte Novalis-Nachlass befindet sich bereits dort. Daneben bewahrt das Museum Schriften und Dokumente von berühmten Romantikern wie Clemens Brentano, Achim und Bettine von Arnim sowie Joseph von Eichendorff auf.
Goethe-Haus sichert sich seltene Novalis-Handschrift
FRANKFURT.
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.
Merken
|












