„Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem kleinen Verlag einmal auf der Buchmesse sein würde“, sagt Peter Höll. In diesem Jahr aber war der Inhaber des gleichnamigen Verlages mit 30 Titeln wieder vertreten; zum 13. Mal stellte er nach einer Pause an einem kleinen Stand seine Bücher zur Schau.
Zu den Neuerscheinungen gehören „Ob Glück, ob Unglück aufgeht, lehrt das Ende“ (von Enrico Ezi)“, „Gedankenmeer ... mehr als ein Gedanke“ (Martina Schott) und „Mit Leib und Seele Landarzt“ (F.W. Braun). Höll veröffentlicht Kurzgeschichten, Novellen, Romane und Biografisches. Er nimmt nur ausgewählte Manuskripte an, in der Regel zahlen die Autoren einen Teil der Produktionskosten. Auch Privatleute, die kleinere Auflagen zum Verschenken herstellen lassen wollen, finden in Höll einen Dienstleister. Zudem sind Kataloge einzelner Künstler im Sortiment, die diese bei ihren Ausstellungen anbieten.
Autoren wirbt Höll ganz einfach – über Anzeigen beim Internetdienst Google. Oft sprechen ihn potenzielle Autoren aber auf einer kleineren Buchmesse zum Beispiel in Stockstadt, im Ried oder im Neckartal an und bieten ihm ihr Manuskript an.
„Dadurch kann ich mir dann solch einen Auftritt wie den auf der Buchmesse leisten“, sagt er. Und der ist nicht ganz billig. 1200 Euro betragen die Grundkosten für die Standmiete pro vier Quadratmeter. Dazu kommen Ausgaben für Beleuchtung, Parkplätze und anderes. „2000 Euro für vier Tage Buchmesse ist für eine Messe dieser Größenordnung aber okay“, findet Höll. Ob er es sich leisten kann, auf die Buchmesse zu gehen, muss er jedes Jahr neu nach der Bilanz des Frühjahres entscheiden. „Dieses Jahr hatte ich schon im Januar und Februar ausreichend Aufträge, um mir den Messeauftritt leisten zu können.“
Zu seinen Autoren hat er ein gutes Verhältnis. „Es gibt immer wieder Autoren, die dankbar sind, weil ich mir so eine Mühe mache“, sagt er zufrieden. „Ich gucke immer, dass ich gute Druckereien habe“. Aber auch an das Gedruckte selbst stellt er Ansprüche. So hängt die Beteiligung der Autoren an ihrem Buch von dem Aufwand für die Herstellung des Buches ab. „Oft habe ich nur Schreibmaschinen-Kopien, die ich erst einscannen muss. Das dauert dann erst mal eine halbe Minute pro Blatt“. Sein Vergütungsmodell entspricht den Gepflogenheiten der Branche, Autoren erhalten zehn Prozent des Verkaufspreises als Honorar.
Peter Höll veröffentlicht und verkauft seine Bücher nicht nur über traditionelle Buchhandlungen, sondern auch im Internet. Hier hat er seinen eigenen Onlineshop. Der Trend zum E-Book ist in seinem Umfeld noch nicht angekommen. „Es ist modern, darüber zu reden, und es ist zum Schlagwort geworden. Aber soll ich ein Buch wie ,Gedankenmeer‘ mit vielen Bildern als E-Book herausbringen? Bei bestimmten Büchern muss ich das Buch doch einfach in der Hand haben.“ Auch bei seinen Kunden ist die Nachfrage danach eher gering. Sie freuen sich auf der Messe mehr über ein Gespräch mit dem Verleger. Der rechnet mit Aufträgen von fünf neuen Autoren. Genau weiß er das aber erst Ende November.
Frankfurter Buchmesse: Kleinverlage - Kontaktpflege auf vier Quadratmetern
Buchmesse – Nach einer Pause wieder in Frankfurt: Der Verleger Peter Höll aus Modautal blickt zurück auf seinen Buchmessen-Auftritt
MODAUTAL/FRANKFURT.
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