Drei Jahrhunderte passen in eine Hand. Das Büchlein „Staatstheater Darmstadt - 300 Jahre Theatertradition 1711-2011“ kommt mit seinem üppigen Fototeil wie ein XL-Daumenkino daher. Dafür sorgt eine Vielzahl von etwa postkartengroßen Aufnahmen der Theaterfotografin Barbara Aumüller. Es wäre schön gewesen, wenn die historischen Bilder daneben nicht nur in Briefmarkengröße abgedruckt worden wären. So aber verschiebt sich der Bildakzent doch markant hin zur Gegenwart.
Von der Tradition berichtet Stadtarchivar Peter Engels in einem umfangreichen Aufsatz, der bereits im späten 16. Jahrhundert mit dem Repräsentationstheater unter Landgraf Ludwig V. ansetzt. York Haase steuert eine Darmstädter Theaterchronologie bei. Und Intendant John Dew spricht im „Interdew“ mit ECHO-Feuilletonchef Johannes Breckner über das Theatermachen heute: über Kunst und wirtschaftliches Kalkül, über miserabel bezahlte Ensemblemitglieder, die zu einem „künstlerischen Lumpenproletariat“ werden und über ein Regietheater, das ihm als „Theater der Willkür“ erscheint.
„Staatstheater Darmstadt“,
Surface-Verlag, 312 Seiten,
10 Euro - an der Vorverkaufskasse des Theaters, beim Abendpersonal und im Buchhandel
(ISBN 978-3-939855-21-7)
Eine Handvoll Theater
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