Der Übersetzer, Schriftsteller und Publizist Carl Weissner, eine der herausragenden Gestalten des literarischen Underground, ist überraschend mit 71 Jahren in seiner Heimatstadt Mannheim gestorben. Dies teilt der Milena-Verlag mit, der zuletzt die Romane „Mannhattan Muffdiver“ und „Die Abenteuer von Trashman“ veröffentlicht hatte – Weissners einzige literarische Arbeiten in deutscher Sprache. Viel stärker war er den ruppigeren Seiten des US-Literaturbetriebs zugewandt.
Dort entdeckte er in den siebziger Jahren einen literarischen Wüstling besonderer Sorte, dessen Werke er übersetzte und den er als Agent vertrat: Weissner war der „Mann, der Bukowski erfand“ („taz“). Mit einer kongenialen deutschen Version dieser mal zärtlichen, mal penetrant derben Poesie setzte er den „dirty old man“ beim deutschen Akademiker-Publikum durch – und machte den am Rande der Armut treibenden Bukowski zum Buch-Millionär, gestützt durch das clevere Marketing des Frankfurter Zweitausendeins-Verlags.
Weissner selbst pflegte seit seinen Studententagen einen guten Draht in die Alternativszenen von New York und San Francisco. Er gab Underground-Magazine mit heraus, übersetzte schließlich die Texte von US-Größen wie William S. Burroughs, Allen Ginsberg und Bob Dylan.
Bukowskis Erfinder
Nachruf – Zum Tod von Carl Weissner, dem Agenten des literarischen Underground
MANNHEIM.
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