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21. Juni 2010  |  job

,,Jahrbuch Polen 2010 - Migration" von Andrzej Kaluza und Jutta Wierczimok

 
| Vergrößern | Die unsichtbare Minderheit hat die Polin Anna Senkara ihr Fotoprojekt genannt, dessen Bilder das hier vorgestellte Jahrbuch Polen begleiten. In fiktiven Porträts, die alle von der Künstlerin selbst dargestellt werden, setzt sie sich mit Sterotypen über Polen im Ausland auseinander. Fotos: Anna Senkara

Als Polen Mitglied der Europäischen Union wurde, mussten sich seine Bürger in vielen Ländern als Europäer zweiter Klasse fühlen. Nur Großbritannien, Irland und Schweden öffneten ihre Arbeitsmärkte, unter den anderen Ländern hielten Deutschland und Österreich die Einwanderungs-Barrieren besonders lange aufrecht. Die Angst vor einer Überschwemmung des ohnehin schwierigen Arbeitsmarktes war groß, vielleicht deshalb, weil Deutschland vor dem polnischen EU-Beitritt die wichtigste Rolle als Zielland polnischer Emigration spielte. Die Debatte um die Folgen der Migration im geeinten Europa lässt sich kundiger und auch entspannter führen, wenn man das jüngste Jahrbuch des Deutschen Polen-Instituts gelesen hat, das diesem Thema gewidmet ist. Die Sammlung von Aufsätzen ist reich an Fakten, vor allem aber zeigt sie das menschliche Schicksal hinter der Statistik. So zieht Krystyna Iglicka eine Kosten- und Nutzenbilanz der Arbeitsmigration, die auch zeigt, welch gravierende Folgen die Arbeitsmigration für das Leben in Polen hat. Uwe Rada beschreibt, wie sich das Bild der Deutschen von ,,ihren Polen" verändert hat, Magdalena Nowicka erörtert die Chancen der Bildungsmigranten, Katarzyna Kulczycka begibt sich in einer sehr lesenswerten Reportage auf die Spuren der Menschen, die sich im Ausland eine neue Existenz aufbauen wollen - und manchmal auch enttäuscht nach Polen zurückkehren. Wie immer sind die Informationen des Jahrbuchs beispielhaft verknüpft mit literarischen Texten zum Thema, vorzugsweise von jungen polnischen Autoren.

,,Jahrbuch Polen 2010 - Migration." Herausgegeben vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, Redaktion: Andrzej Kaluza und Jutta Wierczimok. Harrassowitz-Verlag, 224 Seiten, 11,80 Euro.


 
 
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