Soltaus Seitenblicke
Darmstädter Dokumente: Das 25. Heft der Reihe würdigt die Wilhelm-Loth-Preisträgerin
Die vom Darmstädter Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung herausgegebene Schriftenreihe bereitet ein bis zwei mal jährlich Themen aus Kultur, Wissenschaft oder Wirtschaft auf, die Darmstadt bewegt haben. Mit dem jüngsten Band stellt man sich ausdrücklich hinter die Künstlerin, die im Jahr 2000 mit dem Wilhelm-Loth-Preis ausgezeichnet wurde. Denn ihre schonungslosen Fotovernähungen sind immer wieder angefeindet worden. Erst im vergangenen Jahr ist ein Bild von ihr aus einer Wanderausstellung in Fulda entfernt worden, weil man befürchtete, es könne Tabugrenzen verletzen.
Die Broschüre gibt Einblicke in Werk und Leben der Künstlerin. Im Heft kommen unterschiedliche Autoren zu Wort. Gernot Böhme beispielsweise geht in seinem Beitrag der häufig konstatierten Schockwirkung von Annegret Soltaus Fotovernähungen auf den Grund. Er sieht darin ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die den menschlichen Körper als medizinisches Experimentierfeld missbraucht.
Zu lesen sind auch der Ausstellungstext zur Darmstädter Werkschau von Kathrin Schmidt und eine persönliche Seh-Erfahrung von Pfarrerin Ksenija Auksurat, die Soltaus mit Nadel und Faden verletzte Körperbilder in den Kontext des christlichen Menschenbildes stellt. Der Chirurg Klaus Griesenbeck beleuchtet medizinische Aspekte in der Kunst Soltaus, während sich Charlotte Martin auf biografische Spurensuchebegibt, und Ives Humeau assoziative Bildeindrücke in Worte fasst.
Die Darmstädter Dokumente 25 „Seitenblicke – Sichtweisen auf das Werk von Annegret Soltau“ sind eine kostenfreie Broschüre, die im Neuen Rathaus, im Bürgerinformationszentrum und in allen Stadthäusern ausliegt.

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