Eine Doppelausstellung im Heppenheimer Museum. „Schupp und Schupp“ zeigen „keramische Plastiken und Malerei“, wobei der Schwerpunkt Marie-Elisabeth Schupps auf den Plastiken und der von Hans Schupp auf der Malerei liegt. Entstanden ist ein Potpourri unterschiedlicher Techniken und Eindrücke, die bis 6. November (Sonntag) im Museum zu sehen sind.
Inspiration für die Malerei finden Schupps häufig in der Natur. Die pensionierten Kunsterzieher, die Jahrzehnte am Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium unterrichtet haben, suchen sie in der Heimat und in der Ferne. Weinberge oder Tongruben werden ebenso zum Motiv wie die venezianische Lagune, die Marie-Elisabeth Schupp in Farbstiftzeichnungen festgehalten hat.
Das Metier ihres Mannes ist die Acrylmalerei. Das kommt nicht von ungefähr, denn Hans Schupp hat an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität Kunsterziehung mit Schwerpunkt Malerei studiert. Seine Bilder, die in Heppenheim zu sehen sind, zeigen die Eindrücke, die Landschaften in ihm ausgelöst haben.
Weizenfelder, eine Lössbucht im Jahreslauf oder der Blick vom Stemmler in die Rheinebene bei Hochsommer sind Zeugnis dafür. Hans Schupp kombiniert Natur und Wettereinflüsse, indem er die Stimmungen der Jahres- oder Tageszeiten in den Bildern akzentuiert.
Seine Formgebung und Strichführung ist dynamisch, sucht nicht nach Details, sondern nach dem übergreifenden Gesamteindruck. Leuchtende Früchte in mediterranen Gärten lassen sich durch farbige Punkte erahnen, Häuserfluchten verschwimmen in der Hitze südeuropäischer Siesta. Für das Kunsterzieherpaar Schupp und Schupp verbietet sich diese: Die Sonderausstellung im Heppenheimer Museum zeigt zugleich, wie produktiv das Paar in der gemeinsamen künstlerischen Tätigkeit ist. Marie-Elisabeth Schupps Plastiken füllen mehrere Vitrinen und Podeste. Manchmal wäre weniger mehr gewesen und hätte den Blick auf die Objekte geschärft. So ist es eine große Werkschau geworden.
Bestimmendes Element der Figuren ist die Konstellation. Wenige Figuren treten einzeln auf, meist nebeneinander oder sogar ineinander verschachtelt. Selbst bei den kleineren Objekten sind mehrere Lagen erkennbar, die durch Aufeinanderschachteln von dünnen Tonlagen erreicht werden.
Das zeigen Objekte wie „Auf dem Kasten“ oder „Verschnürt“. Einige Plastiken sind aus Ton, andere aus weißem oder eingefärbtem Porzellan gefertigt. Neben Figuren gehören Tiere zu Marie-Elisabeth Schupps Werken. Diese arrangiert sie ebenso wie die Menschen häufig als Gruppen, zum Beispiel bei der „Vogelkonferenz“.
Bei den Farbstiftzeichnungen von Marie-Elisabeth Schupp sticht besonders das Bild „Klatschmohn mit Coladose“ heraus. Schupp fügt darin Natur wie eine rote Mohnblüte mit einer zerknäulten Cola-Dose als Zeichen der Moderne zusammen. Obwohl beides aus unterschiedlichen Sphären stammt, fügt sich Mohn-Rot und Cola-Rot in direkter Nachbarschaft zusammen.
Wie ihr Mann Hans hat Mari-Elisabeth Schupp an der Universität Mainz Kunsterziehung studiert, sie mit Schwerpunkt Grafik, Keramik und keramische Plastik. Widmet sie sich der Malerei, finden ebenfalls Motive aus der Natur Eingang in das Werk.
Beide Schupps zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie architektonische Elemente in ihren Arbeiten integrieren. Stadtansichten, ein Steg an der Lagune oder ein prachtvoller Platz in Venedig werden ebenfalls zum Ausgangspunkt der künstlerischen Auseinandersetzung.
Manche Elemente werden durch Abstraktion verfremdet, bleiben aber im Bildeindruck deutlich fassbar. Andere Bilder spiegeln durch Technik oder Motivwahl die Vergänglichkeit wider, die sich bei der Natur zum Beispiel durch den Wechsel der Jahreszeiten zeigt. So bleibt als Konstante der ständige Wandel, der die Motive immer wieder in völlig neue Zusammenhänge stellt.
Inspiration aus der Natur
Museum: Plastiken und Malerei des Ehepaars Marie-Elisabeth und Hans Schupp sind in Doppelausstellung zu sehen
HEPPENHEIM.
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