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10. November 2011  | Von Roland Held

Zum Auftakt gibt es eigene Werke

Kunst: Der neue Laden von Maria Trautmann in Darmstadt bietet eine Kombination aus Atelier und Galerie

DARMSTADT. 

Wann und wo

Die Ausstellung in der Darmstädter Ateliergalerie Trautmann, Mathildenplatz 5, ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr zu sehen.




Der Raum ist klein. Doch groß genug, um den Besucher auf eine schwindelig machende Karussellfahrt durch Themen und Stile der Kunstgeschichte zu schicken. Wobei der Motor angekurbelt wird von zwei energischen, wenn auch nicht mehr ganz jungen Damen: Maria Trautmann, nach der die Kombination von Atelier und Galerie benannt ist, und ihre Freundin Marion Pohl. Beide verstehen sich als Malerinnen und bestreiten die erste Ausstellung unter der neuen Adresse mit eigenen Werken.
An der rechten Wand die figürlichen Bilder von Marion Pohl: ein Blumenbukett in Öl, eine Reihe Porträts, darunter das etwa lebensgroße eines Löwen, Meeresszenerie und Großstadtkritik, dazu zwei Pasticcios mit Jazzmusikern, deren Saxofone und Trompeten aus Papierschnipseln aufgeklebt sind.
An der linken Wand die abstrakten Etüden von Maria Trautmann: Konstruktives und Informelles, die Farbe pastig aufgetragen in Schüttel-, Kamm- oder Spachtelmanier, mit einer einmontierten Baumscheibe oder Austernschalen hier und da. Insgesamt ein Kuriositätenkabinett des Ungekonnten und Halbbegriffenen, weitab noch von irgendeinem schlüssigen gestalterischen System.
Im Gespräch zeigt sich: Das Duo ist sich darüber im Klaren, dass es hier die etwas andere Galerie anbietet. Was schon mit den gelbgetünchten Wänden und zwei gründerzeitlichen Vertikos beginnt. Maria Trautmann möchte eine Atmosphäre zum Wohlfühlen schaffen, Schwellenängste gar nicht aufkommen lassen: „Es wird hier gemalt, die Leute können reinkommen, einen Kaffee trinken, zuschauen, etwas Eigenes mitbringen, sich eventuell auch Rat holen.“
Marion Pohl unterstreicht, dass das gemeinsame Projekt sich an den „Otto Normalverbraucher“ richte, der hier Unikate erwerben könne, die bezahlbar seien. Als Dritte wirkt beim Einstand Schmuckdesignerin Gisela Belitz mit, die für ihre im Schaufenster ausgelegten Stücke auf Naturmaterialien setzt.
Regelmäßige Ausstellungen sind ab Jahresbeginn geplant. Seit einer Woche hat Maria Trautmann den Schlüssel zu dem kleinen, langgestreckten Laden in der Hand; er liegt zwischen alteingesessenen Geschäften und bietet einen Blick hinüber aufs Grün der Mathildenplatz-Anlage. Die Miete ist so günstig, dass man auf massenhafte Verkäufe nicht angewiesen ist. Wer am Autodidaktischen und Autotherapeutischen der Bilder keinen Anstoß nimmt, der mag hier seinen Anlauf- und Austauschort finden. Doch haben wir es deshalb schon mit einem kulturellen Zugewinn für Darmstadt zu tun?

 
 
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