Ein dicker Bauch, ein „Ranzen“, gibt der ältesten Mainzer Garde ihren Namen. Zwei Zentner Gewicht und sechs Fuß Leibesumfang entschieden über die Mitgliedschaft.
Die Ranzengarde wurde vor 175 Jahren als Persiflage auf preußisches Militär gegründet. Dessen Soldaten mussten mehr als sechs Fuß groß sein.
Mit der Ranzengarde wurde die bis dahin unorganisierte Fastnacht in Mainz in geordnete Bahnen gelenkt. Fünfzehn ihrer Mitglieder waren Mitbegründer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), der nur ein Jahr später entstand.
Ranzengarde und MCV organisierten rund 20 Jahre gemeinsam das Fastnachtsgeschehen, bis neue hinzukommende Garden das vierfarbbunte Treiben ergänzten. Fast alle gehen auf die Ranzengarde zurück, weshalb sie zu Recht den Titel der „Mutter aller Garden“ trägt.
Hier „dienen“ heute Männer wie Frauen. Hier kann der Arbeiter zum General avancieren und der Professor als Gardist mitlaufen. Somit ist sie eine echte Volksgarde und rekrutiert ihre Mitglieder quer durch alle Schichten.
Derzeit zählt sie über 600 Mitstreiter. Drei eigene Musikzüge, fünf Pferdegespanne und ein großes Reiterkorps sind ebenso ihr Stolz wie das Riesenbataillon und das Kadettenkorps. Beim großen Rosenmontagsumzug am 20. Februar in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt können sich die Zuschauer selbst ein Bild davon machen.
Die Ausstellung über die traditionsreiche Ranzengarde ist in der Mainzer Rathaus-Galerie am Jockel-Fuchs-Platz 1 bis zum 22. Februar montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr zu sehen. Sonn- und feiertags hat das Rathaus geschlossen.
Informationen zu Mainzer Fastnachtsveranstaltungen gibt es im Internet unter der Adresse www.mainz.de.
175-jährige Geschichte der Ranzengarde in Mainz
Ausstellung – Rathaus zeigt die 175-jährige Geschichte der Mainzer Ranzengarde
MAINZ.
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