Es ist eine Ironie des technischen Fortschritts: Da kommt die 3D-Technik in Verruf, weil so viele konventionell gedrehte Filme nachträglich stereoskopisch aufbereitet werden – mit flauem Ergebnis. Dann wird mal wieder ein Film aufwendig in 3D aufgenommen und kommt dann nur auf dem Heimkino-Markt heraus; immerhin auch in einer 3D-Version. „Der Sezierer“ (Ascot Elite) von Gareth Maxwell Roberts ist ein apokalyptisch anmutender Neo-Noir-Film um einen Leichenbeschauer, den Edward Furlong als verhuschten Hagestolz spielt. Einsam zerlegt er Kadaver, was die Kamera visuell plastisch zeigt. 3D sollte hier nicht Gimmick, sondern Stilmittel sein. Und Kameramann Michael McDonough gelingt es mit Hell-Dunkel-Effekten tatsächlich, auch finsteren Szenen noch räumliche Tiefe abzugewinnen: eine seltene Kunst. Es ist ein digitales Chiaroscuro, das diesen stilvoll-morbiden Film wie eine begehbare Graphic Novel erscheinen lässt. Allerdings muss man als Zuschauer viel zu lange durch städtische Stillleben irren, bis sich endlich eine Geschichte auftut. Bis dahin dominiert die bluesgetränkte Düsternis.
Tiefe im Dunkeln
Es dominiert die bluesgetränkte Düsternis
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