Ein Mädchen will Rache: Die vierzehnjährige Halbwaise Mattie heuert den berüchtigten Justizvollstrecker Rooster Cogburn an, um den Mörder ihres Vaters zu jagen. Das war 1969 in Henry Hathaways Spätwestern „True Grit - Der Marshal“ (Paramount) die Rolle, die John Wayne mit 62 Jahren den Oscar eintrug: der Veteran des Genres mit nur noch einem Lungenflügel spielt einen einäugigen Kopfgeldjäger. Robert Duvall und Dennis Hopper sind in Nebenrollen als Outlaws dabei.
Die Brüder Joel und Ethan Coen haben mit Jeff Bridges als Marshal nun eine für zehn Oscars nominierte Neuverfilmung des Romans von Charles Portis gedreht, mit der am Donnerstag (10.) die Berlinale eröffnet wird. Eine gute Gelegenheit, das Original noch einmal anzuschauen. So scheinbar leicht sich hier der Alte tut, so hart ist die Jugend: Kim Darby spielt ein burschikoses Mädchen, das die Männer forsch abbürstet und dabei auf sture Weise unerschrocken für ihre Gerechtigkeit eintritt.
True Grit, echten Schneid, hat nicht nur der Rächer, sondern auch das Mädchen. Der Marshal nennt sie „Schwester“ und sieht in ihr doch einen Sohn. Unter dem Jugendschmelz hat sie wiederum den schnippischen Ton einer alten Schreckschraube, die einen Wüstling erziehen will. Wenn sie von ihm gewaschene Hände verlangt und er besoffen vom Gaul stürzt, zeigt das Rachedrama komödiantische Seiten. Mit ruppigem Witz und vielen toten Schurken bäumt sich das entkräftete Genre noch einmal auf gegen den Untergang im Zynismus der Italowestern.
Ritt zum Oscar
Robert Duvall und Dennis Hopper sind in Nebenrollen als Outlaws dabei
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