Ob Samurai oder Triaden: Hollywood hat sich immer wieder gern in Fernost bedient – John Sturges mit den „Glorreichen Sieben“ oder Martin Scorsese mit „The Departed“. Doch der ost-westliche Stofftransfer ist keine Einbahnstraße. Der chinesische Filmkunstgroßmeister Zhang Yimou hat das Erstlingswerk der Brüder Joel und Ethan Coen adaptiert. Aus dem Neo-Noir-Thriller „Blood Simple“ von 1984 ist die klamaukige Groteske „A woman, a gun and noodleshop“ (Sunfilm) geworden.
Die Story ist noch die alte: Eifersüchtiger Geizkragen beauftragt Mann, um seine Frau und ihren Liebhaber zu killen, wird vom Mörder aber erschossen und beraubt. Was bei den Coens in einer Bar spielte, ist bei Zhang Yimou in ein Nudellokal an einem Karawanenweg im historischen China verlegt. Dort ist der Horizont weit und knallblau, die Perspektive mit Weitwinkel verzerrt.
Es fliegen die Teigfladen, es zetern und jammern die Schauspieler in einem Tölpelspiel, das als hysterische Travestie des Originals daherkommt. Was als Krimi einen grimmigen Witz hatte, wird hier entfesseltes Kasperltheater. Aus Coen-County führt eine holprige Sackgasse bis kurz vor die chinesische Mauer.
Nudeln für die Tölpel
Was als Krimi einen grimmigen Witz hatte, wird hier entfesseltes Kasperltheater
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

Merken
|

















