Wieso dieser Film keine bessere Kino-Auswertung erfahren hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Denn der Science-Fiction-Thriller „Repo Men“ (Universal) ist ein Geheimtipp für Genrefans und wartet auch noch mit einem illustren Star-Ensemble auf: Jude Law, Forest Whitaker, Liev Schreiber, Alice Braga, John Leguizamo und Carice van Houten wirken mit.
Im Jahr 2025 kann sich jeder sein Leben mit künstlichen Organen des omnipräsenten Konzerns „The Union“ verlängern – solange man genug Geld hat, um die teuren Raten für die auf Pump gekauften Körper-Ersatzteile zu bezahlen. Denn wer nicht rechtzeitig seine Schulden begleicht, bekommt ein ernsthaftes Problem: „The Union“ schickt dann firmeneigene Kopfgeldjäger los, die die säumigen Kunden finden und sich ohne mit der Wimper zu zucken auf grobchirurgische Weise die künstlichen Organe wieder zurückholen. Bei diesen „Repo Men“ handelt es sich um gut bezahlte Draufgänger, vor denen jeder Angst hat. Remy (Jude Law) und sein Kumpel Jake (Forest Whitaker) sind die besten – und ihre blutige Arbeit macht ihnen einen Heidenspaß.
Bis Remy eines Tages selbst eine Herztransplantation benötigt, dadurch aus der Bahn geworfen wird und an seinem Job zu zweifeln beginnt. Als ihn dann auch noch die Frau verlässt und sich seine finanzielle Situation in beschleunigtem Maße verschlechtert, sieht er sich gezwungen, in den Untergrund zu gehen – denn „The Union“ setzt seinen gnadenlosen Ex-Partner Jake auf ihn an. Gemeinsam mit einer ebenfalls flüchtigen Frau namens Beth (Alice Braga) schmiedet Remy den Plan, sich zum „Union“-Zentralcomputer vorzukämpfen und das System auszutricksen.
Regisseur Miguel Sapochnik ist mit „Repo Men“ ein überaus interessanter und gut gemachter Genre-Beitrag gelungen, der sich im Fahrwasser von „Blade Runner“ und „Matrix“ bewegt. Vor den großen Vorbildern braucht sich sein Film noch nicht einmal verstecken, auch wenn er nicht ganz so philosophisch und bombastisch, sondern eher augenzwinkernd und ökonomisch verdichtet daherkommt. Im letzten Drittel wird die Geschichte zunächst etwas abstrus und auch überraschend gewalttätig, um letztlich dann aber mit einer der besten unerwarteten Wendungen seit langem aufzuwarten, die die irritierenden bis verstörenden Details erklärt und danach noch lange im Gedächtnis haften bleibt.
Die DVD enthält die im Vergleich zur Kinoversion acht Minuten längere „Unrated Version“. Wenn am Ende in einer fast schon absurden Splatterorgie alle künstlichen Organe von Beth freigelegt werden, um deren Seriennummern einscannen zu können, fühlt man sich kurzzeitig wie bei einem Körperhorror-Schocker von David Cronenberg aus den Achtzigern. Aber die größte Überraschung kommt dann erst noch.
Auf der Jagd nach Körper-Ersatzteilen
Im Jahr 2025 kann sich jeder sein Leben mit künstlichen Organen verlängern – solange man genug Geld hat
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