Der französischer Regisseur Michel Hazanavicius erzählt ohne Worte und in Schwarzweiß, wie der Tonfilm nach Hollywood kam und die Stummfilmstars verdrängte. Der amerikanische Regisseur Martin Scorsese wiederum erinnert in einem märchenhaften 3D-Film, der in einem Pariser Bahnhof spielt, an das Erbe des französischen Stummfilm-Pioniers Georges Mélìes. Aus ganz unterschiedlichen Richtungen haben sich Scorsese in „Hugo Cabret“ und Hazanavicius in „The Artist“ der guten alten Zeit der Lichtspiele genährt – und dabei offenbar ins Herz der amerikanischen Filmakademie getroffen.
Als weitere Arbeiten mit Aussichten auf den Sieg in Königsklasse „Bester Film“ verzeichnen der Sportfilm „Moneyball“ mit Brad Pitt als Baseball-Manager und die pompöse Weltkriegs-Pferdeoper „Gefährten“ („War Horse“) von Steven Spielberg je sechs Nominierungen. Ebenfalls aufgerufen sind in der Top-Kategorie der Film „The Descendants“ mit George Clooney, das emanzipatorische Südstaaten-Drama „The Help“, Woody Allens charmante Zwanziger-Jahre-Zeitreise „Midnight in Paris“, Terrence Malicks spirituelle Elegie „The Tree of Life“ und Stephen Daldrys „Extrem laut und unglaublich nah“ über das Trauma der Anschläge von 9/11. Die Academy Awards werden am 26. Februar zum 84. Mal verliehen.
Max Zähle (34) schaffte es mit seinem Kurzfilm „Raju“ ebenfalls in die Oscar-Endrunde. Sein 24-Minüter über deutsch-indischen Kinderhandel wurde in der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ nominiert. Im Juni 2011 hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit „Raju“ bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen.
Wim Wenders (66) wurde mit seinem ästhetisch stupendem 3D-Tanzfilm über das Werk der Choreografin Pina Bausch (1940–2009) zum zweiten Mal nach 2000 („Buena Vista Social Club“) für die Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ benannt.
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Oscar-Nominierungen: Lob der Sprachlosen
„The Artist“ und „Hugo Cabret“ als Favoriten – Chance für „Pina“
LOS ANGELES.
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