Irak im April 2004: Offiziell ist der Krieg schon zu Ende, doch im sunnitischen Falludscha kehrt zwischen den irakischen Aufständischen und den amerikanischen Besatzern keine Ruhe ein. Soeben ist ein Krankenhaus bombardiert worden, Hunderte von Zivilisten sind dabei ums Leben gekommen oder wurden schwer verletzt. Zumindest konnte Kim, die Leiterin einer Hilfsorganisation (Thekla Reuten), daraufhin mit beiden Seiten eine eintägige Waffenruhe aushandeln. Gemeinsam mit dem Arzt Alain Laroche (Matthias Habich) macht sie sich in das Krisengebiet auf, bepackt mit Medizin und Hilfsgütern. Der deutsche Kriegsreporter Oliver (Max von Pufendorf) und sein Kameramann Ralf (Hannes Jaenicke) schließen sich ihnen an. Doch nicht alle werden nach Bagdad zurückkehren. ,,Waffenstillstand", basierend auf einem Zeitungsbericht, ist Lancelot von Nasos bemerkenswerter Kino-Erstling, ein Film, der der sich dem Krieg leise und auf eindringliche Weise nähert. Wer sich in ihn hineinbegibt, wird schuldig, was auch immer er darin tut. Das gilt für Kim und den ausgebrannten Arzt, die die Verantwortung tragen, und mehr noch für den Fernsehreporter, der auf spektakuläre Bilder hofft und dem Chirurgen mit seinen naiven Illusionen auf die Nerven geht. Der weiße, ungepanzerte Geländewagen, in dem sich die Gruppe auf den Weg macht, wird schon bald Zentrum des Geschehens. Das Gefährt macht die vier höchst unterschiedlich motivierten Europäer zur Zielscheibe. Ihr größtes Problem aber ist ihre permanente Hilflosigkeit. Das fängt schon damit an, dass keiner von ihnen einschätzen kann, ob ihr irakischer Fahrer überhaupt die richtige Route nimmt, ob man ihm vertrauen kann. Weitaus prekärer gestalten sich die Verhandlungen mit Soldatentrupps, die sich ihnen in den Weg stellen. Im ausgebombten Krankenhaus schließlich bietet sich ein derart verheerendes Bild, dass jede Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann. ,,Waffenstillstand" ist ein komplexer, angemessen spröder, nachdenklicher Film über all die schwierigen Gewissensentscheidungen und Komplikationen in Kriegssituationen. Ab zwölf Jahren. Mehr dazu unter www.waffenstillstand.net.
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