Die junge Mei (Huang Lu) will raus aus der Provinz. Sie hat keine Lust, den Verwaltungsbeamten zu heiraten, den ihre Mutter für sie ausgesucht hat. Zudem ist sie gerade von einem Stammkunden des Billardsalons, in dem sie arbeitet, vergewaltigt worden. Mei flüchtet in eine größere Stadt.
Doch das Leben, das ihr die Illustrierten und der Sound auf ihrem iPod vorgaukeln, findet sie dort nicht. Aus einer Nähfabrik geflogen, strandet sie in einem Friseursalon, der auch Sex anbietet und verliebt sich in Spikey (Wei Yi Bo), einen Profischläger am Abgrund. Der spart für eine gemeinsame Reise nach London. Doch daraus wird nichts, er kommt bei einem Auftrag ums Leben. Kurzentschlossen nimmt Mei sein gespartes Geld an sich und fährt alleine nach England. Als Illegale muss sie sich aber mit Gelegenheitsjobs zufrieden geben, mit denen sie sich knapp über Wasser halten kann. Mei wählt einen bequemeren Weg. Sie bietet sich einem pensionierten, alleinstehenden Lehrer (Geoffrey Hutchings) als Ehefrau an und gelangt auf diesem Wege zu einer Aufenthaltsgenehmigung. Doch langweilt sie der monotone Alltag an der Seite eines lethargischen Mannes, den sie noch nicht einmal liebt. Prompt stürzt sie sich in eine weitere Beziehung mit einem jungen indischen Einwanderer (Chris Ryman). Li Mei repräsentiert eine Generation junger Chinesinnen, die den Fesseln der bäuerlichen Traditionen entfliehen wollen und den fragwürdigen Verheißungen des Westens erliegen. Von einer Emanzipationsgeschichte kann dabei nicht die Rede sein, kämpft doch die Heldin bis zum Schluss nicht für ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben. Vor allem zeichnet sich auch keinerlei Entwicklung ab. Es mutet schon paradox an, dass sich Mei nach den Schrecken einer Vergewaltigung immerfort Männern an den Hals wirft, die sie unterdrücken.Das ist mitunter schwer erträglich, zumal Regisseurin Guo Xiaolu psychologisch nichts erklärt. Aus dem ausdruckslosen Gesicht der Hauptdarstellerin lässt sich kaum eine Empfindung ablesen. ,,She, a Chinese", in Locarno 2009 gar als bester Film prämiert, ist ein zwar lebendiges, aber doch recht unausgereiftes Roadmovie.Ab zwölf Jahren.
Mehr dazu unter www.sheachinese-film.de
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