Margaret Mathesons Assistent Tom Buckley will den blinden Parapsychologen, dem Margaret in ihrer dreißigjährigen Karriere als Einzigem keinen Schmu nachweisen konnte, unbedingt als Betrüger entlarven. Dabei lässt er sich auch von den Warnungen Margarets, die Silver für brandgefährlich hält, nicht abhalten. Der Showstar ist ihre Nemesis und hatte ihr einst mit einer Information aus ihrem Privatleben, die sie geheim halten wollte, übel mitgespielt.
Doch Margarets akademischer Konkurrent Shackleton will an Silvers Ruhm teilhaben und lädt ihn zur Untersuchung seiner mentalen Fähigkeiten in die Universität ein. Im Windschatten der offiziellen Tests versuchen auch Margaret und ihre Mitstreiter, Silver auf die Schliche zu kommen. Doch wieder geschieht, wie bereits in Silvers Vergangenheit, ein unerklärlicher Todesfall.
Der spanische Regisseur Rodrigo Cortés, der zuvor mit dem Klaustrophobie-Kammerspiel „Buried“ beeindruckte, durfte seinen Psycho-Hokuspokus mit großen Namen schmücken. Sigourney Weaver ist als desillusionierte Geisterjägerin eine spannende Figur. Margarets Sohn liegt seit vielen Jahren im Koma, was die toughe Frau verletzlicher macht, als sie zugibt.
Und wer wäre für die Rolle des Menschenfängers besser geeignet als Robert De Niro? Dank seines Charismas gewinnt Silver dämonische Züge. Doch nicht Margaret, sondern Buckley (Cillian Murphy) entpuppt sich als sein Widersacher. Auch Murphys beamer-blaue Augen wirken wie nicht ganz von dieser Welt.
Anfangs treibt der Film ein hübsches Spiel mit kühler Ratio, heimlichem Zweifel und Mummenschanz, wenn er die alltägliche Routine der Geisterjäger demonstriert. Hier ein pubertierendes Gör, das sich im Spuken übt, dort ein Seher, der seine Infos via Knopf im Ohr bekommt: Von so etwas lassen sich Margaret, Buckley und Studentin Sally (Elizabeth Olson), die etwas Sinnlichkeit ins übersinnliche Szenario bringt, schon lange nicht mehr nasführen. Während das nimmermüde Trio in Tüftelarbeit die Taschenspielertricks der „Mentalisten“ entlarvt, geschehen en passant seltsame Dinge: Der Strom fällt aus, verbogene Löffel liegen in der Küche und tote Vögel auf der Türschwelle.
Neben dem überraschenden Twist in der Filmmitte werden Genre-Fans vor allem von dem Ende befremdet sein. Denn ein plumper Clou wirft alles über den Haufen, was zuvor aufgetischt wurde. Immerhin beweist Cortés Mut und auch meist ein Händchen für atmosphärische Störungen. Gemäß Shakespeares Hamlet, der behauptete, dass es „mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als eure Schulweisheit sich träumt“, verleiht er der holprigen Story ein schön zwielichtiges Flair und setzt mit viel Fingerspitzengefühl das latent Unheimliche unserer Existenz in Szene.
Ab 16 Jahren.
Mehr dazu auf www.redlights-film.de.
„Red Lights“
Hokuspokus mit großen Namen: Sigourney Weaver im Psycho-Duell mit Robert De Niro
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