Die persische Armee erobert eine heilige Stadt, weil der Geheimdienst von unterirdischen Waffenwerkstätten berichtet hat, die es gar nicht gibt. Das klingt nach einer Parabel über die US-Invasion im Irak, ist aber nur der Vorwand für Action aus 1001 Nacht. Der Brite Mike Newell (,,Vier Hochzeiten und ein Todesfall") adaptiert das seit 1989 immer weiter entwickelte Videospiel-Abenteuer ,,Prince of Persia" als atemloses Action-Stakkato aus dem Reich von 1001 Stunt - irgendwo zwischen ,,Lara Croft" und ,,Die Mumie".Prinz Dastan, von der Straße aufgelesener Ziehsohn des Königs, wird nach seiner kühnen Eroberung der Stadt Alamut erst als Kriegsheld gefeiert, dann als vermeintlicher Vatermörder verfolgt. Auf seiner Flucht muss sich der reine Tor mit der zickigen Prinzessin von Alamut herumschlagen, die ihm den Sieg über ihr Reich verübelt. Jake Gyllenhaal und Gemma Arteton sollen in dieser Spielart der ,,Widerspenstigen Zähmung" wohl vor allem gut ausschauen sein - sie auf kesse Art stolz, er auf melancholische Weise verwegen. Erst übertölpelt sie ihn, dann wird im Sandsturm gekuschelt, mehr Screwball Comedy kann Mike Newell nicht zeigen. Wie in jedem Videospiel lockt das nächste Level stärker als die Liebe. Dastan muss sich als Prügelprinz mit seinen Häschern herumschlagen und darf dabei als König der Artisten zwischen Straußenrennen und Schlangenattacke zeigen, wie man Wände hinaufläuft und über Mauern springt. Ziel der Hatz ist ein magischer Dolch, in dessen Griff eine Sanduhr die Zeit rückwärts rinnen lässt; Gelegenheit, die Handlung so lange zu verändern, bis die Geschichte gut ausgeht. Was mit dem Joystick in der Hand offenbar einen Sog ausübt, wirkt auf der Leinwand bloß gehetzt. Es gibt aber auch kaum Anlass zum Verweilen, denn dem Abenteuer fehlen die starken Typen: Ben Kingsley zeigt zum x-ten mal den verschlagenen Denker, nur Alfred Molina entwickelt als dubioser Scheich zwischen Gauner und Gaukler Charme und Witz. Doch auch ihm lässt die Regie kaum Spielraum. Es muss der Fluch des magischen Dolchs sein: Zu schnell rinnt der Sand der Zeit. Das macht dieses schmalbrüstige Abenteuer so kurzatmig. Ab 12 Jahren.
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