Filmemachen, könnte ein Laie annehmen, ist doch gar nicht so schwer. Vor allem, wenn man mit altbewährten Rezepten einfach nur gut unterhalten möchte. „Jack und Jill“, die US-Komödie um ein verkracht-komisches Zwillingspaar, hätte ein Paradebeispiel für diese Art von Kino sein können: Man nehme einen comedy-erfahrenen Regisseur (Dennis Dugan; „Beverly Hills Ninja“), einen noch comedy-erfahreneren Schauspieler (Adam Sandler) und bewerbe das Ganze mit zwei weiteren Stars (Katie Holmes und Al Pacino). Unter Verwendung dieser Zutaten und mit einem Budget von 79 Millionen Dollar, könnte man meinen, sollte ein halbwegs lustiger Film gelingen. In diesem Fall ist das Ergebnis jedoch selbst für Fans von Hollywood-Klamauk wohl eine Nummer zu zäh geraten.
Dafür ist einfach zu viel Adam Sandler an diesem Adam-Sandler-Film, denn der Komiker macht es Eddie Murphy („Norbit“) nach und spielt zwei Hauptrollen: Jack, einen erfolgreichen Werbemenschen, und Jill, seine ungeliebte eineiige Zwillingsschwester. Die kommt Jack und seine Familie über Thanksgiving in ihrem schönen Haus in Kalifornien besuchen, wirbelt als Schreckschraube deren Leben durcheinander. Doch eigentlich will Jill, die mit ihrem Papageien ein tristes Leben in der Bronx verbringt, nur geliebt werden. Das erkennen Jacks Frau Erin (Katie Holmes) und die beiden Kinder natürlich sofort. So viel Verständnis hat Jack für seine nervige Schwester nicht, weshalb er alles daran setzt, sie schnell loszuwerden.
Wenn da nicht dieser Auftrag wäre: Dunkin Donuts, der wichtigste Kunde seiner Firma, will einen Werbespot mit Al Pacino. Da Jack keinen Kontakt zu der Schauspieler-Legende hat, der Promi darüber hinaus gerade eine Midlife-Crisis durchlebt und unberechenbar agiert, überrascht er ihn bei einem Basketball-Spiel. Dort verliebt sich der Star (Pacino als Pacino) unerklärlicherweise unsterblich in Jill. Will Jack den Deal, muss er seine Schwester verkuppeln. Da die aber nicht möchte, geht es bald um die großen Fragen: Geld oder Familie, Karriere oder Moral?
Wofür Jack sich entscheidet, ist ebenso vorhersehbar wie der größte Teil der Kalauer, die hier über 90 Minuten einander jagen: Auf einminütige Dauerfurz-Szenen folgen Whisky saufende Papageien. Unter der schwergewichtigen Jill brechen Ponys zusammen, und es ereignen sich wilde Jet-Ski-Unfälle im Swimming Pool. Einziger Lichtblick ist Al Pacino, der sich mit all seiner Klasse wunderbar selbst parodiert, wenn er als cholerischer Star auf Selbstsuche seine Umwelt in den Wahnsinn treibt.
Ab zwölf Jahren.
Mehr dazu auf www.jackandjill-movie.com.
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