Shrek, der große grüne Oger, ist eigentlich ein glückliches Ungeheuer. Er hat in gefährlichen Abenteuern seinen Sumpf verteidigt, die Prinzessin erobert, Kinder gezeugt und ist nun der Promi des Märchenvolks. Allerdings rauben ihm seine drei kleinen Ungeheuer und die vorwurfsvolle Gattin Fiona manchmal den letzten Nerv. Der gezähmte Unhold sehnt sich danach, mal Pause zu machen vom zivilen Leben und mal wieder so wild herumzubrüllen wie einst. Und hier kommt in ,,Für immer Shrek" das Rumpelstilzchen ins Spiel. Von wegen ,,Sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende" - so einfach lassen die Dreamworks-Studios ihren kassenträchtigsten Star nicht ins Privatleben abtauchen. Der Oger muss im vierten Teil der erfolgreichen Trickfilmsaga noch eine Ehrenrunde drehen - mit Hilfe eines oft bewährten Handlungskniffs, dem Zeitstrudel.
Vom arglistigen Rumpelstilzchen wird der gestresste Familienvater dazu bequatscht, einen Vertrag zu unterzeichnen, nach dem Shrek einen Tag seines früheren Lebens zurückbekommt. Als kleine Gegenleistung übereignet Shrek Rumpelstilzchen einen Tag seiner Kindheit. Freudig lässt sich die grüne Dumpfbacke in die Vergangenheit zurückwerfen, stellt jedoch fest, dass das Königreich Weit Weit Weg viel ungemütlicher ist als erwartet. ,,Rumpel" hat die Vergangenheit umgeschrieben, indem er den Tag von Shreks Geburt getilgt und sich zum Diktator aufgeschwungen hat. Fiona ist nun die Anführerin der Oger-Widerstandsbewegung und hat so wenig Ahnung wie der Esel, der Gestiefelte Kater, Pinocchio und das restliche Märchenpersonal, wer Shrek ist. Eine Vertragsklausel immerhin räumt ihm 24 Stunden Zeit ein, die ganze Sache mittels eines Kusses von Fiona rückgängig zu machen - sonst wird der Zeitreisende ausgelöscht.Allen Eltern, die beim Kinobesuch ihren Kindern die Logik dieses Paralleluniversums erklären müssen, darf man schon mal viel Glück wünschen. Und ein wenig erinnert dieser mit 3D aufgemotzte Nachschlag an das Märchen vom Stroh, das mit Rumpelstilzchens Hilfe zu Gold gesponnen werden soll. Wie leider zu erwarten, geraten Pointen, Parodien und Dialogwitz ins Abseits zugunsten von 3-D- und Computerspiel-Effekten, die besonders bei einer Hexen-Fliegerstaffel zur Geltung kommen. Das Versteck der Oger-Guerilla unter der Erde erinnert dagegen an ,,Matrix 2". Doch die aus der Shrek-Saga gewohnten bissigen Anspielungen sind rar gesät. Auch mit Rumpels Geheimwaffe, dem Rattenfänger von Hameln, kann der Film nicht viel anfangen. Und wenn sich Shrek an Fiona heranwanzt, um einen Kuss zu ergattern, ist das nur lustig, wenn Fionas Hauskatze ihren Senf dazu gibt. Der Gestiefelte Kater, nun in verfetteter Version zu erleben, ist ein Hingucker - selbst wenn diese Garfield-ähnliche Figur doppelt aufgewärmt wirkt. Dennoch bietet die träge dahinblödelnde Trickfilmkomödie mit ihrem ,,Zurück auf Los"-Motto immer noch genügend Späßchen für einen unterhaltsamen Kinoabend. Nach diesem vierten Abenteuer aber sollte Shrek sich das ungestörte Herumsumpfen endgültig verdient haben. Ab sechs Jahren. Mehr dazu unter www.shrekinternational.com Mehr Videos zum Thema Kino:
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