Ein sehr verliebtes Paar wird durch einen Autounfall grausam entzweit. Beide sind zwar körperlich unverletzt. Im Fall von Paige hat eine Hirnquetschung aber dazu geführt, dass die letzten fünf Jahre ihrer Erinnerung ausgelöscht sind. Ihr Mann erscheint ihr als Wildfremder. Leo muss darum kämpfen, ihre Liebe neu zu entfachen. Doch die junge Frau, die aus dem Koma erwacht, ist sehr verschieden von jener quirligen Künstlerin, die er geheiratet hat – und scheint überdies an ihre Vor-Leo-Zeit anknüpfen zu wollen.
Die reichen Eltern von Paige versuchen beharrlich, die verlorene Tochter in jene Vorstadt-Idylle zurückzulotsen, der Paige einst den Rücken kehrte. Probeweise zieht die einstige Bildhauerin zu Ehemann Leo, einem Musikstudiobesitzer, zurück. Doch sie findet nicht in ihr voriges unkonventionelles Künstlerleben zurück. Hatte sie vor fünf Jahren ihr Upper-Class-Dasein mit Jurastudium und schmuckem Verlobten aufgegeben, um sich in Chicago neu zu erfinden, nähert sie sich nun wieder ihren konservativen Eltern an.
So wird Leos Herzschmerz durch den „Culture Clash“ zwischen einer gepamperten, aber öden Existenz in der Vorstadt und der pittoresken Bohème zusätzlich vertieft. Leo wird nicht nur von Paiges Familie, sondern von ihr selbst wie ein merkwürdiges Alien betrachtet. Und genauso fühlt er sich, wenn er in Paiges Twinset-und-Perlenketten-Biotop zu Gast ist. Dieser Entfremdungsprozess wechselt zwischen herzzerreißenden und banalen Momenten, wobei die Banalität überwiegt. So sind Milieus und Nebenfiguren, besonders Paiges Ex-Verlobter, allzu holzschnittartig gezeichnet. Doch wenn Leo in ein leeres Gesicht blickt, wenn er seine Frau mit intimen Gesten und Ausflügen zu Lieblingsorten an die Sternstunden ihrer Beziehung erinnern will, geht seine Verzweiflung zu Herzen.
„Für immer Liebe“ ist eine starbesetzte und von einer wahren Geschichte inspirierte Romanze, die anfangs durch ihre Zurückgenommenheit und ihren tragischen Unterton für sich einnimmt. Der athletische Channing Tatum, dem bisher die Ausdruckskraft einer Topfpflanze nachgesagt wurde, ist als waidwunder Liebender recht überzeugend. Auch Rachel McAdams macht als reizende, aber unsichere Paige, die sich von allen Seiten bedrängt fühlt, ihre Sache gut. Tatsächlich ist das größte Problem dieser Blackout-Romanze ihre Ungeduld.
Die Kunst, eine Frau zu erobern, ist in US-Filmen schwach ausgeprägt, und auch hier wird bei aller Sehnsucht die Flinte zu schnell ins Korn geworfen. Dieser formelhaften Ex-und-Hop-Mentalität fällt am Ende auch der grüblerische Charme dieser Liebesgeschichte zum Opfer.
Ohne Altersbeschränkung.
Mehr dazu auf www.für-immer-liebe.de.
„Für immer Liebe“
Ein Alien an ihrer Seite – Blackout-Romanze um eine Frau, die ihren Ehemann vergisst
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