E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
26. August 2010 Von Johannes Breckner

,,Der kleine Nick"

René Goscinnys Episoden werden im Film zum nostalgischen Vergnügen

| Vergrößern | Die kleinen Strolche von Paris: Nick (Maxime Godart, mit roter Weste) und seine Bande im Film von Laurent Tirard. Foto: Central-Film


Maxime Godart kann so melancholisch schauen wie alle großen Clowns. Und am Ende des Films wird der Knabe seinen Berufswunsch gefunden haben: Er will die Menschen zum Lachen bringen. In der Figur des ,,Kleinen Nick" steckt viel von ihrem Erfinder René Goscinny (1926-1977). So jedenfalls erzählt der Regisseur Laurent Tirard die Geschichte, und man darf den dezenten biografischen Hinweis als Hommage an den großen Autor verstehen. Lange, bevor er mit dem Zeichner Uderzo die ,,Asterix"-Geschichten erfand, hatte Goscinny mit einem weiteren Jahrhundertkünstler, dem Zeichner Jean-Jacques Sempé, die Kurzgeschichtenreihe ,,Le petit Nicolas" verfasst. Die Kinderbücher um den Buben und seine Bande wurden ein Welterfolg, vielleicht deshalb, weil an dem hintersinnigen Humor aus den Themenkreisen Schule, Berufsleben und Familie auch Erwachsene ihr Vergnügen haben konnten.

Das ist bei Tirards Verfilmung ,,Der kleine Nick" nicht anders, die zugleich mit dem Gegensatz von Kinder- und Erwachsenenwelt spielt. In ihren Schuluniformen sehen die Jungs aus wie große Männer, da ändert auch die kurze Hose nichts, die zum schmalen Schlips getragen wird. Und sie betreiben ihre Geschäfte auch mit einem gewissenhaften Ernst, jedenfalls außerhalb des Klassenzimmers. Die Erwachsenen hingegen können manchmal sehr klein aussehen, besonders Nicks Vater (Kad Merad aus ,,Willkommen bei den Sch'tis"), der bisweilen ein liebenswerter Kindskopf und Faxenmacher ist. Der Mann ist getrieben von der Sorge, es allen recht machen zu müssen - im Betrieb dem Chef (Daniel Prévost), daheim der Gattin, und Nicks Mutter hat im Film eine viel stärkere Rolle als in den Büchern. Als angetrunkene Gastgeberin beim Abendessen mit dem Chef macht Valérie Lemercher eine hinreißende Figur.

Das missratene Abendessen ist ein Rückschritt in der Karrierestrategie des Vaters. Das ist eine von mehreren Nick-Episoden, die Tirard in seinem Drehbuch miteinander verknüpft hat. Aber wie viele Kurzgeschichten keinen Roman machen, formen sich auch hier die Bausteine nicht zur überzeugenden Dramaturgie. Als Klammer dient Nicks Angst vor einem Bruder: Wenn der erst einmal da ist, werden die Eltern ihn gewiss im Wald aussetzen. Also werden Tricks ersonnen, den noch nicht einmal gezeugten Nachfolger aus dem Weg zu schaffen, weshalb erst einmal Geld für einen Killer verdient wird. Das und die Klassenzimmer-Szenen mit Sandrine Kiberlain als zu Recht verehrter Lehrerin geben schöne Anlässe, die großartig besetzten Lausbuben-Charakterköpfe vorzuführen. Neben Maxime Godarts Nick sind es unter anderem Damien Ferdel als Streberpetze Adalbert, Vincent Claude als gefräßiger Otto und Victor Carles, der begriffsstutzige Chlodwig, der beim Schulbesuch des Ministers einen großen Auftritt hat.

Das schaut aus, als habe Tirard eine Fortsetzung der ,,Kleinen Strolche" drehen wollen. Aber wenn sich der große Handlungsbogen auch nicht recht formen mag, trifft der Film doch sehr genau den warmherzigen Humor und den feinsatirischen Ton der Vorlage. Zusammen mit der Fünfziger-Jahre-Kulisse summiert sich das zu einem nostalgischen Vergnügen, das eine märchenhafte Zeit präsentiert, wie es sie wahrscheinlich nie gegeben hat. Aber Typen wie Nick, Adalbert und Otto wird es immer geben. Und dass der melancholische Nick eine Zukunft als großer Humorist hat, will man gerne glauben.

Ohne Altersbeschränkung.


Mehr dazu unter www.derkleinenick.centralfilm.de

Mehr Videos zum Thema Kino:
Trailer zu den aktuellen Filmen sowie Interviews, Filmausschnitte und mehr gibt es im Video-Center von „Echo Online“.

 
 


BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
Film
 
Kinos in Südhessen Lust, mal wieder ins Kino zu gehen? „Echo Online“ hat aufgelistet, wo es in Südhessen Stadt-, Multiplex-, Imax- und Autokinos gibt. | Mehr |
 
Wetter: Heute | Morgen |
 
Morgens Mittags Abends
 
 
Darmstadt aktuell:
wolkig, 24°C | Mehr Wetter |
... ... ...
 
ANZEIGE
Veranstaltungskalender
 
Veranstaltungskalender
Ihre Termine in ganz Südhessen für Kultur und Kunst, Märkte und Feste, Party und Clubs.
 
| Mehr |

Kinder-Echo: Maiausgabe
 
Kinder-Echo: Maiausgabe
Berufsserie: Staatsanwalt - Tierserie: der Bär - Hobby: Hokey - Schule: Training mit den Profis von Mainz 05 - Energie: Kläranlage - Onlinespiele: Puzzle und Paare finden
 
| Mehr |
Unterwegs mit Kindern
 
Ausflugtipps für Familien Mit dem Minizug durch die Gartenbahnanlage in Roßdorf oder ab in den Opelzoo: Hier finden Sie Ausflugstipps für Familien in Südhessen. | Mehr |
 
| Alle Artikel anzeigen |
DVD-Tipps
 
Rund um die DVD Ein Technik-Glossar und nützliche Links rund um die DVD hat Echo Online zusammengestellt. | Mehr |
 
Abo
 
Mini-Abo Genießen Sie die Berichterstattung zur Fußball-EM. Nutzen Sie außerdem Ihre Chance auf 1 von 8 ...
Mehr |
 
 
ECHO-LESERREISEN
Mit AIDAluna in die New York, Ostküste, Florida, Bahamas & Bermuda 17 Tage vom 14. bis 30. Oktober 2012
| Mehr |
ANZEIGE
Sie suchen Infos zu Kinofilmen oder TV Serien? Finden Sie interessante, spannende Filme auf Filmstarts.de.
Urlaubsreif? Mit bestfewo.de finden Sie die passende Ferienwohnung für Ihren Traumurlaub.
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE