Nach Abschluss ihres Philosophiestudium bemüht sich Marta (Isabella Ragonese) zunächst erfolglos um eine Anstellung. Dank des Hinweises einer Bekannten findet die redegewandte Akademikerin einen Job im Call Center ,,Multiple", wo sie Telefonkunden Küchenmaschinen verkauft. Im nur scheinbar gemeinschaftsfördernden Arbeitsalltag werden die auf hohe Abschlusszahlen getrimmten Mitarbeiterinnen regelmäßig von ihrer Chefin Daniela (Sabrina Ferilli) gegeneinander ausgespielt, um ihr Engagement anzutreiben. Während sie allmählich in Danielas Gunst steigt, lernt Marta den engagierten, hartnäckigen Gewerkschafter Giorgio (Valerio Mastandrea) kennen, der gegen die windigen Geschäftspraktiken ihrer Firma vorgehen will. Allmählich gerät die junge Frau in einen Interessenkonflikt. In seinem fünften Spielfilm ,,Das ganze Leben liegt vor dir" beschäftigt sich Paolo Virzi erneut mit seinem Lieblingsthema, dem Individuum in der Arbeitswelt. Lange hält er geschickt die Balance zwischen sozialem Drama, schwieriger Liebesgeschichte und flotter Gesellschaftssatire mit Seitenhieben auf den psychologischen Druck im alltäglichen Rattenrennen.Seine bissige Reflektion beginnt mit zwei Musiknummern, wenn nach einem Tagtraum der Protagonistin die attraktiven, motivierten Mitarbeiterinnen in Einheitsuniform ihre tägliche Herausforderung singend begrüßen. Doch im weiteren Verlauf entwickelt sich der Tonfall weitaus dunkler. Angesichts der temporeichen Inszenierung mag man zunächst über einige karikaturhafte Momente hinweg sehen. Zum Ende hin stimmt das Timing der anfangs virtuosen Tragikomödie aber nicht mehr, und es stellen sich Längen ein. Wenn dann die überzeugend gespielte Geschichte in einem unglaubwürdigen Totschlagsfall eskaliert, entgleiten Virzi die Zügel.
Ab zwölf Jahren.
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