Regisseur Alfi Seliger hat schon seit Jahren keinen Film mehr zustande gebracht. Wie sauer Bier bietet er auf einer glamourösen Filmparty Promi-Schauspielern und Geldgebern sein neues Drehbuch an. Tatsächlich interessiert sich die Gattin eines bekannten Produzenten für sein Manuskript. Doch dann geht in Dani Levys neuer Komödie ,,Das Leben ist zu lang" für seinen wuseligen Antihelden der Ärger erst richtig los.Die meisten Filmemacher kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich selbst bespiegeln wollen. Anders als seine Hauptfigur Alfi Seliger ist Dani Levy zwar ein erfolgreicher Regisseur, der zuletzt mit der Hitler-Satire ,,Mein Führer" gute Kritiken erntete. Man darf aber darüber spekulieren, wie autobiografisch eine Komödie gemeint ist, in der Levys eigene Tochter Seligers nervigen Nachwuchs spielt und in der Hauptdarsteller Markus Hering (zuletzt in ,,Whisky mit Wodka" zu sehen) als Levys Double hergerichtet ist. Seliger stellt in seiner tiefsten Verzweiflung denn auch den Regisseur seines Daseins zur Rede - Dani Levy.Ist das Leben nur ein schlechtes Drehbuch, das dringend eine Überarbeitung braucht? Die Idee ist von der ,,Truman Show" geklaut, und am Ende verdichtet sich der Verdacht, dass entweder Seliger oder seine Umgebung nicht richtig tickt. Am Ende nehmen seine Probleme derart überhand, dass er Selbstmord begehen will. Seliger will mit ,,Mo-ha-ha-med" einen Film über den Karikaturenstreit drehen - ein gefährliches Unterfangen. Die Kompromisse, die er mit seinen Finanziers ausfechten muss, rauben ihm jedoch den letzten Nerv. Und zwischen Streiflichtern auf Banken- und Ehekrise, auf zickige Schauspieler und gar auf eine angedeutete Vater-Enthüllung geht das Anliegen, die Kritik an der Feigheit im Kulturbetrieb, glatt unter.Dafür gibt's reichlich Stars und Sternchen zu sehen: Gottfried John fungiert als ,,Georg Maria Stahl", Meret Becker als Seligers geplagte Gattin, Elke Sommer als dominante jüdische Mamme. Veronica Ferres gibt eine offensive russische Über-Frau und Yvonne Catterfield die engelhafte Jungschauspielerin. Udo Kier spielt Seligers freakigen Therapeuten. Die Beteiligten hatten offenbar großen Spaß, der Zuschauer jedoch bleibt angesichts vieler abgesoffener Gags ratlos zurück.Ab zwölf Jahren.Mehr dazu unter www.daslebenistzulang.x-verleih.de
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