Sie waren die schnelle Eingreiftruppe des kleinen Mannes: das A-Team-Quartett, von der Militärpolizei verfolgte Vietnamveteranen, die als Söldner für die gute Sache zwischen 1983 und 1987 in 98 Fernseh-Episoden Gaunern das Handwerk legten. Jetzt kommt ihre Vorgeschichte ins Kino: Aus der wendigen Serie ist ein wuchtiger Spielfilm geworden. Was in den Achtzigern flink und leicht daherkam, wirkt jetzt schwer und umständlich. Dabei fängt es so hübsch an. Die Titelsequenz ist ein herrliches Geballer und Gebrüll, das die Hauptfiguren im Kampf gegen einen mexikanischen Operettengeneral und seine schmierigen Spießgesellen knackig einführt: Liam Neeson (,,Schindlers Liste") stellt Colonel Hannibal Smith als Action-Houdini vor, entfesselt sich selbst und legt Dobermännern Handschellen an. Wie in der Serie schmaucht der Colonel genüsslich fette Zigarren, wenn er verwinkelte Pläne ausheckt, doch darf Liam Neeson keine Verkleidungen ausprobieren wie der unübertroffene George Peppard in der Serie. Um so besser trifft Bradley Cooper den smarten Typ des Blenders und Verführers in der Rolle des Lieutenant Peck, Sharlto Copley lässt den Helikopter-Hasardeur Murdock zwischen Wagemut und Wahnsinn trudeln, und der Kampfkunst-Halbschwergewichtler Quinton ,,Rampage" Jackson bringt die richtige Physis mit, um den bulligen Mechaniker Baracus zu geben. Das neue A-Team ist also immerhin fast 1A zusammengesetzt, doch die Story, an der drei Autoren mitgeschrieben haben, besteht aus lauter dramaturgischen Panzersperren, die in zwei Kinostunden kaum einmal das Tempo aufkommen lassen, das die alten Helden auf dem stereotypen Actionparcours in jeweils 45 Fernsehminuten vorlegen konnten. Erst wird das A-Team in den Irak geschickt, um dort bei einem Anschlag in eine Falle zu gehen und degradiert und entehrt im Knast zu landen. Nach dem Ausbruch suchen sie gegen viele Finten der CIA verschwundene Dollar-Druckplatten und den Beweis für die eigene Unschuld, was sie nach Deutschland führt - die Szenen in Frankfurt sind übrigens ebenso wie jene in Mexiko und in Bagdad hauptsächlich in Kanada entstanden.
Da verpulvert diese Produktion der Brüder Ridley und Tony Scott enorme Mengen Spaß-Sprengstoff und macht aus dem Abenteuer eine Münchhausiade: Auf einem ersten Höhepunkt stürzt das A-Team am Fallschirm mit einem Kampfpanzer vom Himmel und steuert den Flug mit Kanonenschüssen. Das Finale in den Docks von Los Angeles ist ein ins monströse gesteigertes Hütchenspiel mit Cargo-Containern, das in einem flammenden Schiffeversenken gipfelt, als sollte die Schlacht um Pearl Harbor nachgestellt werden. So hinreißend der Größenwahn der Inszenierung in diesen Szenen ist, so lange braucht Regisseur Joe Carnahan, bis er die schwere Artillerie der Stunt- und Spezialeffekte-Abteilung in Stellung gebracht hat. Wo das Fernsehen in den Achtzigern eine kesse Improshow feierte, zeigt das Kino heute tonnenschweres Maschinentheater. Ab zwölf Jahren. Mehr dazu unter www.myspace.com/A-Team-DerFilm
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