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06. Februar 2010  | kl

Restaurant ,,Papaver" in Darmstadt

Rumpsteak der Extraklasse: Im Ramada-Hotel in Darmstadt überzeugen vor allem die Fleischgerichte - Funktional-modernes Ambiente, internationale Karte, gehobenes Preisniveau

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Das Ramada-Hotel am Tag seiner Eröffnung. Archivfoto: Peter Henrich

Das Ramada-Hotel an der Eschollbrücker Straße gehört zu den typischen Herbergen der gehobenen Mittelklasse für Geschäftsreisende. Wer in Darmstadt essen gehen will, hat es nicht unbedingt auf dem Radar - der Restaurantbetrieb wendet sich vorwiegend an Hotel- und Konferenzgäste. Allerdings bemüht sich das Haus mit dem Restaurant ,,Papaver" auch um Darmstädter Kundschaft, zum Beispiel jeden Sonntag mit einem ausgedehnten Frühstücks-Büfett (pro Person 19,50 Euro). Und natürlich ist in dem Restaurant jeder Gast willkommen.

Wie isst sich's also im Hotel Ramada? Die Tester haben den Besuch nicht bereut. Gestaltet ist der Gastraum funktional-modern. Der Abstand zwischen den Tischen ist großzügig bemessen, in der Mitte dominiert das abends leere Büfett, auf dem morgens das Frühstück aufgebaut wird, aus Lautsprechern plätschert leise Fahrstuhlmusik. Die Tester haben schon in gemütlicherer Umgebung gesessen.

Die Karte ist international gestaltet: klassische Fleisch- und Fischgerichte, ein bisschen Pasta, ein wenig asiatische Küche und so weiter. Jeder soll eben etwas finden, ganz gleich aus welcher Ecke der Welt er angereist ist. Entsprechend ist auch die Weinkarte konzipiert, die immerhin mehr als ein Dutzend offene Weiße und Rote offeriert. Die Preise für Speisen und Getränke entsprechen dem Niveau des Hotels - gehoben.

Als Einstieg wählten die Tester eine Tomatencremesuppe (fünf Euro), ein Carpaccio vom Rind (zwölf Euro) und eine gebratene Barberie-Entenbrust (elf Euro). Während die Suppe in Ordnung, aber nicht weiter der Rede wert war, erwiesen sich die beiden anderen Entrees als gute und sehr gute Wahl. Das Carpaccio war hauchfein geschnitten und zart, gewürzt mit aromatisch recht dominantem Limonen-Olivenöl, grob gemahlenem Pfeffer, Meersalz, Parmesan und Rucola. Ein ehrliches Gericht, das man zudem noch mit einem der drei leckeren Dips, die mit dem Brot an den Tisch kamen, selbst variieren konnte. Die beste Wahl bei den Vorspeisen war die außen knusprig und innen rosa gebratene Entenbrust, die mit den Kirschtomaten, den knackigen Zuckererbsen und weiterem Grün vorzüglich schmeckte. Der Eindruck, dass die Küche des Ramada vor allem mit Fleisch bestens umzugehen weiß, bestätigte sich bei den Hauptgerichten. So erwies sich das Rumpsteak als der Volltreffer des Abends. Zwar hatte es einen stolzen Preis - 24,50 Euro inklusive Bratkartoffeln und Pfeffersoße, die extra berechnet wurden. Doch war das Geld bestens angelegt. Das üppige Stück (laut Karte 250 Gramm schwer) kam wirklich perfekt zubereitet an den Tisch: außen kross, aber nicht zu scharf gebraten, innen an der Grenze zwischen blutig und rosa - genau wie vom Gast erbeten. Zudem waren das Fleisch von hoher Qualität, die Pfeffersoße fein abgeschmeckt, die Bratkartoffeln frisch zubereitet.

Auch das sanft in Butter gebratene Zanderfilet (19,50 Euro) war ein Genuss. Frischer Rosmarin sowie reichlich grüne und schwarze Oliven gaben dem Gericht eine mediterrane Note. Dazu machte der aromatische Grazan Sauvignon aus dem Languedoc (0,2 Liter für 4,80 Euro) eine gute Figur. Nicht ganz überzeugend waren hingegen die Penne mit Gorgonzola (14 Euro). An der kräftigen Käsesoße gab es nichts zu kritisieren, doch hätte den Nudelröhrchen ein bisschen mehr Biss gutgetan. Auch der dazu gereichte grüne Beilagensalat machte einen etwas lieblosen Eindruck.

Die Getränkepreise bewegen sich im üblichen Rahmen. Die offenen Weine liegen meist zwischen vier und fünf Euro das Glas, 0,3 Liter Radeberger Pils schlagen mit 2,50 Euro zu Buche, 4,20 Euro für die große Flasche Selters gehen noch durch, mit 2,20 Euro für einen durchschnittlichen Espresso und 3,10 Euro für eine Latte Macchiato ist allerdings die Schmerzgrenze erreicht.

Doch trüben diese kleine Schwächen nicht den insgesamt sehr guten Gesamteindruck, den die Hotelküche an diesem Abend hinterlassen hat.


 
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