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Kleine Lawinenkunde

Entsprechend den verschiedenen Schneearten beziehungsweise der unterschiedlichen Beschaffenheit des Schnees unterscheidet man auch verschiedene Lawinenarten.



• Lockerschneelawinen
Eine Lawine aus ungebundenem Lockerschnee erkennt man daran, dass sie punktförmig anreißt und birnenförmig ausläuft. Die Gefahr einer Lockerschneelawine besteht normalerweise während des Schneefalls, einige Stunden danach und allenfalls noch während der Tageserwärmung nach einem Neuschneefall. Lockerschneelawinen besitzen meist wenig Schneemasse und rutschen ab einem Gefälle von 50 Grad spontan oberflächlich ab. Meist sind sie relativ harmlos, doch können sie sich bei großer Masse und Sturz über Steilstufen zu einer gefürchteten Staublawine wandeln.

• Staublawinen
Sie können sich bei tiefen Temperaturen aus Pulverschnee bilden und Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern erreichen. Da sie auf einem Luftpolster ungehindert den Berg hinunterschießen, überbrücken sie oft große Entfernungen. Das Luft-Schneegemisch innerhalb einer solchen Lawine füllt die Lungen bis zum Ersticken – die Überlebenchancen sind daher praktisch gleich Null. Gerät ein Skifahrer aber in den Randbereich einer solchen Lawine, heißt es: flach hinlegen, Kopf in den Schnee stecken, Nase und Mund zum Atmen in der Armbeuge vergraben.

• Trockenschneelawinen
Diese Schneebrettlawinen aus gebundenem, trockenem Schnee (meist nach Neuschneefällen) sind die gängigste Gefahrenquelle für Skitourengeher. Häufig können sich die Opfer selbst befreien, sofern die Lawine keine zu große Masse besitzt, man sie selbst ausgelöst hat und es einem gelingt, an der Oberfläche zu bleiben. Selbst bei völliger Verschüttung ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bei sofortiger Suche durch andere Skitourengeher (mehr dazu ...) relativ hoch. Grund: Der Schnee ist locker – dadurch wird das Gewicht pro Kubikmeter geringer und der Sauerstoffanteil bleibt höher als bei Naßschneelawinen.

• Naßschneelawinen
Diese Lawinen entstehen als Schneebretter nach Wärmeeinbrüchen. Sie können aber auch an warmen Frühjahrsnachmittagen von Skitourengehern an vorher sicheren Hängen ausgelöst werden. Nämlich dann, wenn der Harsch vom Firn in Sulz übergeht. Durch sehr hohes Gewicht und Kompaktheit einer Naßschneelawine, sind die Überlebenschancen gering.



Die Europäische Lawinen-Gefahrenskala reicht von Stufe 1 bis 5.
• Stufe 1 (gering): Weitgehend sichere Verhältnisse für Skitourengeher.
• Stufe 2 (mäßig): Günstige Tourenverhältnisse unter Berücksichtigung lokaler Gefahrenquellen.
• Stufe 3 (erheblich): Vorsicht! Eine Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich. Skitouren erfordern Erfahrung und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen.
• Stufe 4 (groß): Die Auslösewahrscheinlichkeit ist bereits an den meisten Steilhängen wahrscheinlich. Die Tourenmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.
• Stufe 5 (sehr groß): Skitouren sind allgemein nicht möglich.

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