Ruhr 2010 - Deutschlands europäische Kulturhauptstadt
Ruhr 2010: Mit einem bunten Programm gestalten 53 Städte gemeinsam die Kulturhauptstadt Europas
Ob Halde, Hütte oder Hafen. Ohne sie wäre alles nur halb so schön: Stefanie Dehler, Axel Biermann, Rainer Teuber, Dieter Pelikan, Michael Schmitz und die anderen Mitarbeiter der Tourismus- und Marketingbüros. Sie legen sich derzeit verstärkt ins Zeug und den Besuchern ihr geschätztes Ruhrgebiet ans Herz. Mit Anekdoten, Episoden und Superlativen machen sie sich für die 53 Städte stark, die gemeinsam mit Essen die Kulturhauptstadt Europas ,,Ruhr 2010" gestalten.
Sie wecken Lust auf Currywurst samt Fritten und Bier im ,,Diebels", klären über den weltweit größten Binnenhafen in Duisburg auf, unternehmen mit ihren Gästen einen Nachtspaziergang durch den Landschaftspark Duisburg-Nord, erzählen von einem ehemaligen Gasometer, in dem mittlerweile Taucher ihrem Hobby frönen oder schwärmen von der vielseitigen Museumslandschaft, die europaweit ihresgleichen sucht. Voller Stolz präsentieren sie in Mülheim die größte begehbare Camera Obscura der Welt, die sich in der Kuppel des alten Broicher Wasserturms befindet: In dem denkmalgeschützten Gebäude von 1904 ist die Vorgeschichte des Films anhand von seltenen Geräten und Objekten dokumentiert. Für diese interessiert sich auch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, um Ideen für das neu zu gestaltende Filmmuseum am Main mitzubringen. ,,Kultur durch Wandel - Wandel durch Kultur" ist das Leitmotiv der von einer bedeutenden Industrietradition geprägten Region. Dieses Motto samt der gewaltigen Anstrengungen, die für ,,Ruhr 2010" unternommen werden, sind unmittelbar zu spüren: von Duisburg und Oberhausen über Mülheim, Essen bis hin nach Bochum, Dortmund, Herne und Hagen. Mit vielfältigen Attraktionen haben sich diese Städte entwickelt - weg vom Image des Kohlenstaubs und Dreck, von der Assoziation, dass die Wäsche beim Trocknen auf der Leine schwarz wird. ,,Es ist auch sehr grün im Ruhrgebiet", denkt der Besucher des Reviers , vor allem, wenn er es von oben aus betrachtet. Seitdem zwischen 1975 und 1987 etappenweise Hochöfen, Stahl- und Walzwerke stillgelegt wurden, vollzog sich im Ruhrgebiet ein eindrucksvoller Strukturwandel: Wo ab 1929 das als Abfallprodukt in der Kokerei Osterfeld gewonnene Koksgas zwischengespeichert wurde, im 117 Meter hohen Gasometer in Oberhausen, kann man seit 1993 Ausstellungen besichtigen. Der Stahlgigant, der als höchste Ausstellungshalle Europas gilt, inspirierte 1999 das Künstlerpaar Jeanne-Claude und Christo zu ihrer Installation ,,The Wall" mit 13 000 Ölfässern. Wer den fast magisch wirkenden Raum dieses beeindruckenden Dokuments der Bau- und Technikgeschichte mit einem Durchmesser von 67,6 Metern betritt, ist von der Atmosphäre begeistert: Gerne rufen sich Kinder in der Mitte stehend etwas zu, denn das Echo kommt sieben- bis achtfach zurück.


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