Eine Fahrt auf der Fähre, das klingt nicht gerade nach Erholung. Was hat man nicht alles schon mitgemacht – zum Beispiel auf dem Ärmelkanal zwischen England und Frankreich oder in der Ägäis zwischen Athen und den griechischen Urlaubsinseln.
Da lagen die Passagiere in den achtziger Jahren auf dem Fußboden herum, da dröhnte und schepperte es, da kamen die Urlauber nach schlaflosen Nächten wirklich urlaubsreif am Ziel an.
Doch die Zeiten haben sich gründlich geändert. Die Tourismusbranche hat erkannt, dass der Weg das Ziel sein kann. Und dass sich damit eine ganz neue Ferienplanung ergibt.
Aus nervenden Fährpassagen werden kurzerhand kleine Kreuzfahrten – manche Gäste bedauern am Ende sogar, dass sie im Zielhafen von Bord gehen müssen.
Die italienische Reederei Grimaldi, 1945 in Neapel gegründet und ursprünglich auf den Gütertransport spezialisiert, schwimmt in der Kreuzfahrtbewegung jetzt ganz vorne mit.
Seit März nimmt „Grimaldi“ für sich in Anspruch, die „zwei größten und modernsten Kreuzfahrtfähren des Mittelmeers“ zu betreiben. Die beiden Ozeanriesen verbinden Rom mit Barcelona.
Die Passagiere bekommen während der zwanzigstündigen Überfahrt allerhand geboten. Die einen finden Entspannung in einem Fitness-Center mit Sauna, Massagen, Whirlpool und Kraftraum. Die anderen toben sich in einer Disco aus oder gehen in die Spielhölle.
Es gibt eine „Shopping Mall“, Salons und Ruheecken. Auf dem obersten Deck ist ein geräumiger Freiluft-Swimmingpool mit Planschbecken eingerichtet – drumherum gibt es ausreichend Liegestühle und damit viel Gelegenheit zum Sonnenbad. Vom „Fünf-Sterne-Hotel auf hoher See“ ist schon die Rede.
Es macht Spaß, an Bord zu sein. So viel steht fest – auch wenn die Werbetexter mit „Fünf Sternen“ etwas zu dick aufgetragen haben und besser bei vier geblieben wären.
Urlauber, die auf das neue Angebot stoßen, sind dennoch begeistert. Noch gehen zwar fast ausschließlich Italiener und Spanier an Bord. Zunehmend werden jedoch weitere Nationalitäten aufmerksam.
Österreicher, Schweizer und Deutsche zum Beispiel, die einen Italienurlaub mit einem Spanientrip verbinden wollen. Zwei sehenswerte Mittelmeer-Metropolen lassen sich bequem zusammen erschließen.
Eine Hin- und Rückfahrt mit zwei Übernachtungen in der Innenkabine ist bereits ab 148 Euro pro Person buchbar – inklusive Auto und aller Gebühren.
Dass nicht alle Passagiere gleichermaßen vom Luxus profitieren, liegt auf der Hand. Der Verwöhn-Grad ist umso höher, je weiter die Gäste den Geldbeutel öffnen.
Es ist zum Beispiel nicht jedermanns Sache, in einer fensterlosen Vierbett-Innenkabine zu übernachten. Noch unkomfortabler, aber dafür noch billiger, lässt sich ein Schlafsessel im Schlafsaal buchen – hier ist der Luxus dann kaum noch erlebbar.
Ganz anders als in den Suiten - mit Blick aufs Meer, geräumigem Doppelbett, Wohnzimmer mit Fernseher und Kühlschrank.
Offenbar gibt es aber für alle Kategorien genügend Interessenten. Die 225 Meter langen und vierzig Meter breiten Schiffe können 2300 Gäste und mehr als 200 Autos mitnehmen, dazu gibt es im Schiffsbauch viel Platz für Lastwagen und Container.
Lastwagenfahrer, Studenten-, Schüler- und Reisegruppen, aber auch viele Individualreisende mischen sich zum bunten Völkchen.
Zweimal in diesem Jahr haben auch Pilger auf dem Weg nach Lourdes die Kreuzfahrtfähre benutzt – es sollen um die 1500 gewesen sein.
Bei zwei Gelegenheiten werden Klassenunterschiede besonders erfahrbar. Nicht nur beim Schlafen, sondern auch beim Essen.
Ein empfehlenswertes Restaurant mit mediterraner Küche serviert vom Feinsten. Das trifft auch für verschiedene Bars zu. Den Gegenpol bildet ein Speisesaal mit Kantinen-Charakter mit Tabletts und Kaffee in Plastiktassen.
Da empfiehlt sich dann doch eher der klassische Hamburger mit Pommes, den es auf dem Oberdeck gibt. Auskünfte
„Grimaldi“ lässt seine Luxuslinie zwischen Rom und Barcelona das ganze Jahr hindurch fast täglich fahren – nur sonntags ist Ruhetag.
Als Vermittler in Deutschland tritt Dertour auf (Telefon 069 95885800, E-Mail service.dertraffic@dertour.de).
Weitere Informationen unter www.grimaldi-lines.com .

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