E-Paper | Mobil | Newsletter | RSS RSS
 
 
| |
 
SUCHE: | Erweiterte Suche |
 
| Suchen |
 
 
 
06. Januar 2012  | Von Nikolai Bartnik

Zypern per Rad

Zypern – Der ehemalige Radprofi Thomas Wegmüller organisiert abwechslungsreiche Touren über die Ferieninsel

| Vergrößern | Zeit für weite Blicke: Thomas Wegmüller mit einer Radlergruppe in den Hügeln von Zypern. Foto: Nikolai Bartnik

Nach Zypern kommt man vor allem zum Badeurlaub und vielleicht auch zum Besuch einiger antiker Stätten. Auch Wanderungen im Troodos-Gebirge sind beliebt. Der Radsport hingegen ist trotz optimaler Wetterverhältnisse und einer vielfältigen Landschaft lange auf der Strecke geblieben. Das änderte sich vor knapp 15 Jahren, als sich der ehemalige Schweizer Rennradprofi Thomas Wegmüller dazu entschloss, die Insel als Radreisedestination zu vermarkten. Seitdem organisiert er mit seinem Team von „Bike Cyprus“ Touren auf der gesamten Südhälfte Zyperns.
Seit November 2011 befindet sich das Center von „Bike Cyprus“ nicht mehr in Limassol sondern einige Kilometer weiter westlich in Pissouri Bay. „In Limassol wird der Verkehr immer unübersichtlicher. Unser neues Motto heißt jetzt: Aus der Natur, direkt in die Natur“, betont Wegmüller. Das kann jeder Urlauber sofort bestätigen. Wer aus Limassol kommt, empfindet Pissouri Bay wie eine Oase - fernab vom Massentourismus und den wenig ansehnlichen Stränden der Stadt. Nur zwei Hotelanlagen befinden sich in der Bucht.
Dort beginnt die Vorbereitung. Die Mountainbikes werden auf die Körpermaße der Teilnehmer eingestellt, dann aber zunächst auf einem Anhänger verstaut. „Heute machen wir eine EasyBikeTour“, sagt Wegmüller. „Dabei geht es darum, Sightseeing mit Radsport zu verbinden.“ Also werden die Urlaubsradler mit dem Minibus bequem auf knapp 600 Höhenmeter gefahren. Startpunkt der Tour ist in dem Bergdorf Pachna. Von dort geht es zurück ans Meer.

Tipps

Ausflüge oder auch mehrtägige Touren kann man auf der Homepage von Bike Cyprus buchen (www.bikecyprus.com). Seit November 2011 bietet Neckermann Reisen die Insel Zypern in Kooperation mit BikeCyprus und Easy-Tours als Ziel für Radsporturlaub an. Als Unterkunft empfiehlt sich zum Beispiel das Columbia Beach Resort in der Pissouri Bay. Weitere Hinweise in Reisebüros sowie im Internet unter www.thomascook.de und www.columbia-hotels.com.


Schnell merkt man, dass der Schweizer sich auf Zypern bestens auskennt. Ab und an steigt er vom Fahrrad ab, erklärt, welche Weinsorten hier angebaut werden und welche Bergkette in der Ferne zu sehen ist, oder pflückt und verteilt frische Feigen. Es geht vorbei an Agios Thomas, was Thomas Wegmüller Gelegenheit zu einem Spaß gibt: „Das bedeutet ‘der heilige Thomas’. Deshalb ist es mein Lieblingsort auf Zypern.“
In dem Dorf Alektora pausiert die Gruppe bei einem zypriotischen Kaffee, während Wegmüller von seiner Karriere als Rennradprofi erzählt. Dreimal nahm er an der Tour de France teil, gewann Wettbewerbe wie „Rund um den Henninger Turm“ in Frankfurt und war 1991 Weltmeister im Zeitfahren. Vier Jahre später zog er nach Zypern, um auf der Insel ein Radsportunternehmen aufzubauen. „Damals war alles noch viel schwerer. Die Straßen waren an vielen Orten in einem schrecklichen Zustand und die Gemeindeverwaltungen weigerten sich, Straßen für Wettbewerbe abzusperren“, erzählt er. Doch schließlich gelang es ihm, die Gemeinden und das Fremdenverkehrsamt davon überzeugen, welche Vorteile der Radsport mit sich bringt.
Mehrmals im Jahr organisiert Wegmüller die „Road & Mountainbike“-Wettbewerbe. Sein Engagement hat Rennrad- und Mountainbikeprofis aus ganz Europa dazu motiviert, auf Zypern zu trainieren. Bislang gilt Mallorca als Top-Adresse für Profis und Hobbyradler, die sich zu Beginn der Saison in Form bringen wollen. Aber Zypern wird in der Szene immer beliebter. Wegmüller ist überzeugt, dass die Insel in Zukunft noch weit mehr Radler anlocken wird: „Die Vorteile, die wir genießen, beruhen vor allem auf der Wetterlage. Das ganze Jahr über kann man auf Zypern Rad fahren. Wenn es im Winter im Gebirge zu kalt wird, gehen wir unter an die Küste. Im Sommer läuft es genau umgekehrt. Die besten Verhältnisse haben wir im Frühling und im Herbst. 2011 hat zum Beispiel die deutsche Mountainbike-Nationalmannschaft hier trainiert.“
Ein weiterer Pluspunkt neben den Herausforderungen der Berglandschaft ist der geringe Verkehr im Landesinneren. Während der dreistündigen Schnuppertour von Pachna hinunter zur Pissouri Bay kann man die Autos an zwei Händen abzählen.
Wirklich erschöpft ist keiner der Teilnehmer, als die Anlage erreicht ist, aber die Abkühlung im Meer ist trotzdem erfrischend. „Natürlich gibt es auch anspruchsvollere Touren“, sagt Wegmüller. „Für Rennrad- und Mountainbikefahrer oder Triathleten bieten wir Exkursionen über die Insel, die auch mal eine Woche dauern. Zuletzt habe ich aber auch eine Tour mit zwei achtzigjährigen Schweden gemacht – ganz gemächlich. Es ist für jeden etwas dabei.“
Mit seinen Geschichten über die sonnigen und dunklen Seiten des Radsports und seiner Schweizer Leichtigkeit macht Wegmüller aus jedem Ausflug ein kleines Abenteuer, insbesondere wenn es mal etwas strapaziöser wird. Dann erkennt man, dass der alte Radfahrerspruch stimmt: Gegenwind formt den Charakter.

 
 
BEWERTUNGEN
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel zu bewerten. | Anmelden |
Dieses Thema kann nicht kommentiert werden.

 
Veranstaltungskalender
 
Veranstaltungskalender
Ihre Termine in ganz Südhessen für Kultur und Kunst, Märkte und Feste, Party und Clubs.
 
| Mehr |
ANZEIGE
Wetter: Heute | Morgen |
 
Morgens Mittags Abends
 
 
Darmstadt aktuell:
Regenschauer, 23°C | Mehr Wetter |
... ... ...
 
LESERREISEN

Jahresprogramm 2012

 
Alle Reisen im Katalog zum Durchblättern.
| Zum Vergrößern Bild anklicken |
Restaurant-Tipps
 
Restaurant-Tipps für jeden Geschmack Lust auf Pasta, Pizza und Panna Cotta? Oder doch lieber Peking-Ente mit Duftreis? Ein gutes Kochschnitzel? | Mehr |
 
| Alle Artikel anzeigen |
Recht auf Reisen
 
Staubflusen im Hotelzimmer sind kein Reisemangel Die Reinigungskraft ist nachlässig, das Hotelzimmer nicht picobello? Ärgerlich, aber nicht ausreichend für eine Geldrückerstattung beim Reiseveranstalter, urteilte nun ein Gericht. | Mehr |
 
| Alle Artikel anzeigen |
 
SCHON GESEHEN?
 
 
ANZEIGE