Im Südwesten des Münsterlandes, unweit der Stadt Dülmen, ist die letzte frei lebende Wildpferdherde Europas zu Hause. Im „Merfelder Bruch“ sind auf einer Fläche von 400 Hektar rund 400 Tiere anzutreffen.
Die Pferde sind sich auf ihrem Wald- und Heidegelände selbst überlassen. Noch nie hat ein Tierarzt oder Hufschmied das Terrain betreten. Dies hat die Herde gesund erhalten – eben weil sich nur die optimal an ihren Lebensraum angepassten Tiere durchsetzen.
Friederike Rövekamp, Försterin im „Merfelder Bruch“, ordnet dem Dülmener Wildpferd drei Eigenschaften zu, die Chefs allzu gern bei all ihren Angestellten finden würden: „Hart, anspruchslos und gesund.“
Rövekamp ist beim Herzog von Croy angestellt, dessen Vorfahr der Herde vor 150 Jahren ein Reservat geschaffen und sie so vor dem Untergang bewahrt hat.
Die Försterin, die unter der Woche für Gruppen Führungen anbietet, ist sich sicher, dass das Dülmener Wildpferd eines Tages noch von großer Bedeutung sein wird: „Ihm bleibt als Primitivrasse das ursprüngliche Erbgut erhalten, das irgendwann nötig sein wird, um die überzüchteten Hauspferdbestände aufzubessern.“
Wer sich ohne Terminvereinbarung die Vierbeiner anschauen möchte, der kann dies bei einigermaßen gutem Wetter zwischen Anfang März und Ende Oktober an Wochenenden und Feiertagen tun.

Merken
|













