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13. Januar 2012  | Von Verena Wolff

Autofreie Skidörfer in den Alpen

Autofreie Skidörfer – In Serfaus, Oberlech, Zermatt und vielen anderen Orten in den Alpen können die Winterurlauber frei von Abgasen und Motorenlärm entspannen – Sanfte Mobilität mit Elektrofahrzeugen

| Vergrößern | Vorrang für Fußgänger: Die Bettmeralp im schweizerischen Wallis ist nur per Seilbahn zu erreichen. Foto: swiss-image.ch

Es war ein echtes Wagnis, damals, vor gut 25 Jahren. In dem kleinen Bergdorf Serfaus in Tirol, wo immer mehr Skifahrer die wenigen Straßen verstopften, hatte man eine verwegene Idee: Eine U-Bahn sollte her.
Eine unterirdische Luftkissenbahn wie in Denver schien die Lösung des Problems, erzählt Dorfhistoriker Alfred Tschuggmal. Sechs Meter tief war der Tunnel durchs Dorf, Häuser mussten abgestützt werden, gelegentlich landete Mist aus den Kuhställen in der Betonröhre. Seit 14. Dezember 1985 fährt die Bahn: Parkplatz, Kirche, Raika, Seilbahn – so lautet die Haltestellenliste. Knapp 1500 Meter lang ist die Strecke, nur ein paar Minuten dauert die Fahrt unter dem Dorf. Gäste dürfen ihren Wagen nur zum Hotel lenken und für die Dauer des Urlaubs abstellen. Dann geht es zu Fuß weiter. Oder mit der kostenlosen U-Bahn, bis heute die höchstgelegene der Welt.
Wer in Werfenweng im Salzburger Land mit der Bahn anreist oder seinen Autoschlüssel nach der Ankunft abgibt, kann auf „sanfte Mobilität“ umsteigen, wie es dort heißt: Elektroautos und Scooter stehen den Gästen zur Verfügung, ebenso ein persönliches Anruftaxi sowie das Werfenweng-Shuttle.
Die Zentren von Saalbach und Hinterglemm im Pinzgau sind ganzjährig für den Autoverkehr gesperrt, in Ischgl in Tirol wird die Innenstadt im Winter zur reinen Fußgängerzone. Auch Oberlech in Vorarlberg ist im Winter völlig autofrei – dann ist das Dorf nur per Bergbahn oder über die Piste zu erreichen. Die Bewohner und Hotels werden über ein Tunnelsystem versorgt, auch das Gepäck der Gäste kommt so ans Ziel.
Auch im Kleinwalsertal soll weitgehend auf das Auto verzichtet werden – sommers wie winters. Der Walserbus verbindet die Orte des Tals. In Oberstdorf ist der Ortskern autofrei.
In den Schweizer Kantonen gibt es viele autofreie Dörfer. Das bekannteste von ihnen ist Zermatt im Kanton Wallis: In dem Bergdorf verkehren seit 1947 Elektromobile. Urlauber können zwar mit dem Auto bis etwa fünf Kilometer heranfahren – in Täsch muss das Fahrzeug dann allerdings geparkt werden. Zwischen Täsch und Zermatt verkehren Shuttle-Züge der Matterhorn-Gotthard-Bahn, die die Urlauber mitten ins Dorf bringen.
Vergleichsweise ruckelig ist die Tour nach Wengen: In das Dorf in 1270 Meter Höhe am Fuß der Jungfrau fährt eine Zahnradbahn. Eine Viertelstunde dauert die Fahrt, die Urlauber von Lauterbrunnen aus in eine andere Welt bringt. Ebenfalls oberhalb des Lauterbrunnentals, auf 1650 Metern, liegt Mürren. Auch in das urige Dorf im Berner Oberland geht es ausschließlich per Bahn.
Zwei autofreie Orte liegen auf der anderen Seite der Jungfrau und gehören zum Unesco-Weltnaturerbe: Die Bettmeralp und die Riederalp. Beide Gemeinden sind nur per Seilbahn zu erreichen. Ebenfalls autofrei ist Saas-Fee. Eine Übersicht der autofreien Orte in der Schweiz gibt es hier.

 
 
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