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25. Juni 2011 nb

Die Geschichte des Donauradwegs

Heute ist der Donauradweg der beliebteste Fernradweg der Welt, insbesondere die Etappe von Passau gilt als Klassiker. Der Linzer Manfred Traunmüller, einer der Initiatoren der Radroute, musste allerdings viele behördliche Hürden überwinden, um die ehemaligen Treppelwege, so die österreichische Bezeichnung für Treidelpfade, als Radwege nutzen zu können. Bis zum Aufkommen der Dampfschifffahrt wurden die Wege von den Schiffen genutzt, die von bis zu 60 Pferden gezogen wurden.
1982 gelang es, einen ersten 36 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ottensheim und Aschach als Radweg zu deklarieren. „Das war anfangs ein riesiges Theater, die Verantwortlichen der Gemeinden davon zu überzeugen, dass das einen Sinn macht“, erzählt Traunmüller. Zunächst stellten sich die Amtsträger quer oder ignorierten das Projekt. „Viele Bürgermeister haben damals gesagt, meine Bevölkerung will sowieso nicht radeln, warum sollen wir dafür zahlen?“ Heute profitieren alle Gemeinden von den Touristenströmen neben dem Strom.
Persönliche Kontakte halfen, um das Projekt durchzusetzen: „Die Genehmigung am rechten Ufer erfolgte problemlos, da der zuständige Referent selbst Radsportler war. Die ansonsten hier sehr restriktive Jägerschaft wurde in das Verfahren gar nicht erst eingebunden.“ Auch Versicherungsfragen mussten geklärt werden.
Die Eröffnung des ersten Abschnitts war im September 1982. „Meine Mutter Rosa und ich richteten unterwegs eine Labestation ein, Most und Speck wurden gratis angeboten“, erinnert sich Traunmüller. Von der Presse wurde das Projekt weitgehend ignoriert, nur das „Linzer Volksblatt“ brachte einen großen Bericht. Da das Interesse der Radfahrer aber immer weiter stieg und den Verantwortlichen allmählich auch der Nutzen für den Fremdenverkehr bewusst wurde, konnte schon 1985 die gesamte 310 Kilometer lange Strecke von Passau nach Wien freigegeben werden.
Traunmüller ist heute Geschäftsführer der Donau Touristik, die neben Touren auf dem Donauradweg individuelle und geführte Radreisen durch viele Länder Europas anbietet und nach eigenen Angaben Österreichs größter Radreiseveranstalter ist. Auch ein eigenes Flusskreuzfahrtschiff ist in Betrieb, das sich für die Rückreise von Budapest nach Wien oder von Wien nach Passau anbietet, um die zuvor mit dem Rad gefahrene Strecke entspannt aus einem anderen Blickwinkel zu beobachten.
4600 Räder sind bei der Donau Touristik verfügbar, darunter inzwischen auch 120 Elektrofahrräder – Tendenz steigend. Besonders für ältere Kunden ist das eine gute Alternative. Gefahren wird mit Modellen des österreichischen Herstellers KTM, deren Akkuleistung auch bei höchster Stufe für mindestens 50 Kilometer ausreicht. „Wir haben viele Modelle getestet und uns dann für KTM entschieden“, betont Traunmüller. „Das geschah nicht nur aus patriotischen Gründen“.

 
 


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