Das schwebende Erlebnis ermöglicht die Toskana Therme von Bad Sulza, wo das Liquid-Sound-Erlebnis zelebriert wird. Wer sich hier ins Wasser legt, der wird von der Sole getragen und, sobald er die Ohren unter Wasser taucht, von Tönen umspült. Das können Walgesänge sein, klassische Musik oder sphärische Klänge.
Entwickelt hat diese Technik Micky Remann und erstmals im Jahr 2000 angewandt, als die Toskana Therme ein Expo-Projekt war. Noch heute ist er im Kimono mit Badelatschen in seinem Reich unterwegs, überprüft die Klänge, organisiert Konzerte und ganze Wassermusik-Festivals – und erzählt jedem, der es wissen will, was es mit dem Liquid-Sound auf sich hat. Den Anstoß, diese Technik zu entwickeln, bekam Remann 1985 vor der Küste von Vancouver Island während einer Expedition zu den Walen. Dort griff er zu seiner Geige und spielte gemeinsam mit dem Saxofonisten Jim Nollman den Tieren über Unterwasserlautsprecher vor und erlebte Unglaubliches: „Die Wale umkreisten uns und gaben selbst Töne von sich. Das hat mich so berührt – ich musste Liquid-Sound erfinden. Die ersten Interessenten an dieser Technologie kamen dann nicht, wie ich erwartet hatte, aus San Francisco, sondern aus Bad Sulza.“ Inzwischen hat ihn auch der Rest der Welt wahrgenommen. Die Toskana Therme rangiert in den internationalen Bäder-Rankings unter den besten Hundert.
Über Thermalbäder und Kurzurlaubspauschalen in den einzelnen Kurorten informiert die Touristinformation Thüringen, Willy-Brand-Platz 1, 99084 Erfurt, Telefon 0361 37420, E-Mail service@thueringen-tourismus.de, Internet www.thueringen-entdecken.de.
Für ein Thermen-Hopping lohnt die Thüringen-Card (zum Beispiel für drei beliebige Tage im Jahr 36 Euro für Erwachsene und 23 Euro für Kinder). Sie bietet mit freien Eintritt in vielen Museen und Schlössern und Ermäßigungen in vielen Bädern.
Aber nicht nur wegen der außergewöhnlichen Toskana Therme macht Thüringen in Sachen Wellness von sich Reden. Die Touristiker des Freistaates können aus dem Vollen schöpfen, wenn sie für ihr Jahresmotto 2012 „Heute ich. Gesundheit und Wellness in Thüringen“ werben.
In den Neunzigern schossen Bäder wie Pilze aus dem Boden des kleinen Landes. Das Ergebnis des Baubooms: Manchem der Wohlfühl-Tempel stand das Wasser schon mal bis zum Halse. Doch für Bade- und Wellnesslustige ist Thüringen ein Paradies. Landesweit laden 23 Thermen und Spaßbäder ein. Viele Hotels haben eigene Wellness-Abteilungen, wie beispielsweise das Ramada-Hotel Friedrichroda mit 1600 Quadratmetern. Das Hotel „Garküche“ in Leutenberg kann sogar von sich behaupten, das einzige Hotel Deutschlands mit einer eigenen Felsengrotte zu sein. Wellness wird im Land mit der zweihundertjährigen Badetradition zudem nicht nur in Neubau-Thermen zelebriert, sondern auch in historischen Gradierwerken, denkmalgeschützten Kuranlagen und kleinen Pensionen.
Bad Salzungen zum Beispiel hat ganz auf Salz gebaut, draußen wie drinnen. Weißbemantelte Gäste ziehen ihre Bahnen durch den heilenden Nebel, am Gradierwerk entlang und um die historischen Brunnen. Drinnen, im Keltenbad, herrscht wohlige Wärme. Den Namen bekam die Anlage von den Kelten, die in der Region die Pioniere der Solenutzung waren. Entsprechend heißt die Sauna „Druidenlager“.


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