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11. November 2011  | 

Radfahren in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt – Vom Naumburger Dom bis zur Himmelsscheibe von Nebra – Das Bundesland soll zu einem Paradies für Radtouristen werden

 
| Vergrößern | Meisterwerk der Spätromanik: Der Naumburger Dom St. Peter und Paul. Foto: Bernd Sterzelmaier

Im Westchor des Naumburger Doms sind Markgräfin Uta und die elf anderen Stifterfiguren wieder unter sich. In den vergangenen vier Monaten sahen 180 000 Besucher die international beachtete Ausstellung „Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“. Natürlich stand Uta im Mittelpunkt.
Sachsen-Anhalt zeigt auf den zweiten Blick einen ebenso großen Reichtum an Kultur und Landschaft wie die touristisch bekannteren Nachbarländern Sachsen und Thüringen. Zusätzlich wird im Wirtschaftsministerium in Magdeburg daran gearbeitet, Sachsen-Anhalt in ein Paradies für Radtouristen zu verwandeln. Ideale Voraussetzung dafür bieten die Täler von Saale und Unstrut. Vor den Toren der Stadt Naumburg fließen die beiden Flüsse zusammen. Schon deshalb ist die Domstadt ein idealer Ausgangspunkt für Touren in alle Himmelsrichtungen.
Wem das Mittelalter und der Dom noch nicht weit genug in der Vergangenheit liegen, der kann mit dem Rad innerhalb eines Tages die Bronzezeit erreichen. Gut ausgeschilderte Radwege führen über 40 Kilometer von Naumburg bis zu dem Ort, an dem 1999 die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra gefunden wurde.
Für Ausflüge in die Vorzeit müssen die Radfahrer kurz nach dem Start im Blütengrund bei Naumburg eine Zwangspause einlegen. Wer die Saale überqueren will, muss auf die Fähre warten. Am anderen Ufer führt der Radweg vorbei am Steinernen Bilderbuch. Vor 200 Jahren waren die zwölf überlebensgroßen Bilder ein Geschenk an den Herzog von Weißenfels. Die Bilder zeigen Szenen aus der biblischen Geschichte. In Freyburg sind die Neuenburg, der Marktplatz und die Rotkäppchen-Sektkellerei die Attraktionen.
Die „Arche Nebra“ steht auf einem Hügel, vier Kilometer von Nebra entfernt. Dorthin führt der Radweg idyllisch über eine Wiese am Bahndamm entlang. Das Museum bietet einen Einblick in die Zeit, als die Menschen um das Jahr 2000 vor Christus begannen, sich ein Bild von Sonne, Mond und Sternen zu machen. Ein kurzer Film, der im Museumskino gezeigt wird, erklärt am besten, warum die Himmelsscheibe von Nebra zu den bedeutendsten archäologischen Funden des 20. Jahrhunderts gehört.
Den Rückweg in die Gegenwart können die Radtouristen normalerweise mit der Bahn zurücklegen. Allerdings ist die Strecke entlang der Unstrut noch bis Ende Januar gesperrt, weil Brücken und Gleise saniert werden.

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Wer das Original der Himmelsscheibe sehen will, die etwa so groß ist wie ein Kuchenteller, der muss in das Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte in das 40 Kilometer entfernte Halle (233 000 Einwohner) fahren, immer entlang der Saale. Wer die Stadt noch aus DDR-Zeiten in Erinnerung hat, der dürfte sie kaum wiedererkennen-
Zurück in Naumburg bieten sich viele weitere Ausflugsziele: Bad Kösen mit dem Gradierwerk, der Rudelsburg und dem ehemaligen Zisterzienserkloster Schulpforte, das seit der Reformation eine der bedeutendsten deutschen Bildungseinrichtungen ist.
Radtouristen können Spuren von Friedrich Nietzsche verfolgen. Der Philosoph wurde 1844 in Röcken bei Naumburg geboren. Dort gibt es eine Nietzsche-Gedenkstätte. Nietzsche starb 1900 in Weimar. In Naumburg sind der Marktplatz mit der Kirche Sankt Wenzel und die historische Straßenbahn weitere Attraktionen neben dem Dom.
Doch das Lächeln der Markgräfin geht einem nicht aus dem Sinn. Uta von Ballenstedt soll im elften Jahrhundert gelebt haben. Niemand weiß, wie Uta von Meißen nach Naumburg gekommen ist. Heute könnte sie den Weg mit dem Fahrrad zurücklegen.
Auskünfte
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Die Arche Nebra liegt unterhalb des Mittelbergs, auf dem 1999 die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe gefunden wurde. Foto:
Naumburg (34 000 Einwohner) ist die Kreisstadt des Burgenlandkreises, seit 1990 Partnerkreis des Kreises Bergstraße. Der Burgenlandkreis bildet den südlichsten Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Naumburg ist aus Südhessen in sechs Stunden mit IC und ICE-Zügen über Frankfurt und Erfurt zu erreichen.
Weitere Hinweise erhält man bei der Tourist-Information, Markt 12, 06618 Naumburg, Telefon 03445 273124, E-Mail tourismus@naumburg.de.



 
 
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